Polizei startet neuen Versuch

Mordfall Bögerl: Neuer Massen-Gentest

Ulm - Stück für Stück tasten sich die Ermittler voran: Bei der Suche nach den Mördern der Bankiersgattin Maria Bögerl haben sie gut 500 weitere Männer zum Gentest aufgefordert.

Im rätselhaften Mordfall an der Heidenheimer Bankiersgattin Maria Bögerl dehnt die Polizei ihren Massen-Gentest aus. Nachdem im Frühjahr gut 3000 Proben von Männern aus Neresheim im Ostalbkreis gesammelt wurden, sollen nun auch rund 400 bis 500 Männer aus Giengen an der Brenz bei Heidenheim ihre DNA abgeben, wie ein Sprecher der Polizei sagte. „Diese Ausdehnung des Gentest war von vorneherein geplant“, erklärte er.

Bögerl war vor vier Jahren entführt worden. Die Täter forderten von ihrem Ehemann 300 000 Euro Lösegeld, doch eine Übergabe scheiterte. Unter Tränen richtete die Familie des Opfers im Fernsehen einen Appell an die Entführer: „Bitte geben Sie uns unsere geliebte Mama, meine Frau, wohlbehalten zurück. Sie hat Ihnen nichts getan.“

Anfang Juni 2010, rund einen Monat nach der Entführung, fand ein Spaziergänger die verweste Leiche an einem Waldrand bei Heidenheim. Maria Bögerl wurde erstochen. Ein Jahr danach nahm sich ihr Ehemann das Leben. Zuvor war er zeitweise verdächtigt worden, in den Fall verwickelt gewesen zu sein.

Mehr als 10.000 Spuren hat die Polizei seitdem gesammelt, die entscheidende war bislang nicht dabei. Auch der erste Teil des Massen-Gentests im 8000-Einwohner-Ort Neresheim, zu dem dort gut 3300 Männer aufgerufen waren, brachte keinen nennenswerten Erfolg. Die Ermittler hatten Hinweise, dass der Täter von dort kommen könnte.

Weitere Puzzleteile werden nun in Giengen gesucht. „Es gibt den Verdacht, dass es in dem Fall eine räumliche Beziehung zwischen Neresheim und Giengen gibt“, sagte der Polizeisprecher. Näher wollte er darauf nicht eingehen. Die 19.000-Einwohner-Stadt Giengen und Neresheim sind rund 20 Kilometer voneinander entfernt.

Der weitere Gentest soll in 14 Tagen starten. Alle infrage kommenden Männer seien angeschrieben worden und hätten einen Termin genannt bekommen. Eine öffentliche Abgabe von Speichelproben wie in Neresheim gebe es nicht. Die angeschriebenen Männer sind zwischen dem 1. Januar 1945 und dem 31. Dezember 1992 geboren und wohnen oder wohnten in Giengen. Ihre Teilnahme ist freiwillig.

dpa

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