Ein meteorologischer Rückblick

Nichts Halbes und nichts Ganzes: So war der Winter

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Eisige Kälte gab es diesen Winter nur vereinzelt: Mal war es kalt, mal war es warm.

München - Wenn am 1. März der meteorologische Frühling beginnt, verabschiedet sich der Winter. Der war laut Meteorologen viel zu mild. Ein Rückblick.

Am 1. März ist meteorologischer Frühlingsanfang. Ein bisschen Frühling konnten Sonnenanbeter bereits genießen - zum Beispiel am Berliner Dom.

Das Sprichwort "nichts Halbes und nichts Ganzes" trifft den Nagel wohl auf den Kopf, wenn man an das Wetter im Winter zurückdenkt. Während der Dezember mild und trocken war, schaltete sich im Januar und Februar auch mal kühles Wetter dazwischen.

Doch auch hier gab es viele freundliche Tage. Mit 21 Grad an der Wetterstation in Piding (Berchtesgadener Land) wurde im Januar sogar ein neuer Temperaturen-Rekord gefeiert. Deswegen lautet das Urteil der Meteorologen des Wetterdienstes MeteoGroup: "Der Winter war wieder zu milde."

Bis Weihnachten quasi gar kein Winter

15,9 Grad an Heiligabend: In München wurde am Königsplatz Crocket zum Fest gespielt. Zuvor lag die Höchstmarke für die Temperatur an Heiligabend bei 14,5 Grad (1977).

Bis Weihnachten suchten passionierte Wintersportler ihren ersehnten Schnee vergeblich. In Deutschland fand bis dahin gar kein Winter statt.  "Hiltrud" brachte am zweiten Weihnachtsfeiertag Erleichterung: Das Schneetief sorgte für 20 Zentimeter Neuschnee im Alpenvorland. In den Alpen lagen sogar teilweise 50 Zentimeter.
Dementsprechend fällt die Durchschnitts-Temperatur im Dezember aus:  milde zwei Grad. Trotzdem wurde die kälteste Nacht des Winters im Süden am 29. Dezember gemessen. Das Thermometer kletterte runter auf Minus 20 Grad. Im Norden war es nicht ganz so kalt: Die kälteste Nacht des Winters wurde in Barth an der Ostsee mit Minus 14 Grad am 6. Februar gemessen.

Januar: Der große Sturm

Der alpine Weltcup der Damen wurde Ende Januar in Garmisch-Partenkirchen abgesagt. Die Kandahar-Abfahrt war nur lückenhaft mit Schnee bedeckt.

Mit dem Frost war es gleich nach dem Jahreswechsel wieder vorbei. Die Orkantiefs "Elon" und "Felix" fegten über das Land. Der Sturm sorgte für überdurchschnittliche Temperaturen - bis zu 21 Grad -  und die ersten Pollen.
Erst in der zweiten Januarhälfte zeigte sich der Winter wieder von seiner frostigen Seite: Neuschnee in den Bergen, nasskaltes Wetter im Flachland. Obwohl der Frost zum Ärger aller Autofahrer für winterliche Verhältnisse auf den Straßen sorgte, fiel der Januar insgesamt wieder mild aus: 2,6 Grad im Durchschnitt.

Winter und Vorfrühling wechseln sich im Februar ab

Erste Frühlingsboten zeigten sich schon im Februar, wie hier die Krokusse am Bodensee. Der meteorologische Frühling beginnt am 1. März.

Reichlich Schnee erfreute die Winterfreunde Anfang Februar. Im Schwarzwald reichte der Schnee zwischenzeitig sogar über einen Meter.
Hoch "Gabriela" sorgte ab der zweiten Februarwoche für eine stabile Wetterlage. Das heißt: In den Bergen strahlte die Sonne um die Wette. In manchen Gegenden setzte sich dagegen Nebel und Hochnebel fest.

Spätestens zum Fasching ging dem Winter aber die Puste aus und die Temperaturen stiegen wieder. Erste Frühlingsboten ließen sich blicken. Zum Monatswechsel wurde es zwar wieder etwas kälter und ein paar Flocken schafften es bis ins Flachland. Ein erneuter Wintereinbruch im März ist laut "MeteoGroup" aber ausgeschlossen.

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