Totschlag statt Mord

Koffermord: 48-Jähriger soll lebenslang in Haft

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Der Angeklagte vor Gericht.

Stuttgart - Im Prozess um zwei Kofferleichen in Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft den Mordvorwurf gegen den 48 Jahre alten Angeklagten fallen gelassen.

Dennoch müsse der gelernte Maurer wegen zweifachen Totschlags lebenslang in Haft, forderte der Staatsanwalt am Mittwoch in seinem Plädoyer am Landgericht Stuttgart. Aus Sicht des Verteidigers könne man seinen Mandanten allenfalls wegen einfachen Totschlags verurteilen. Er plädierte daher auf eine maximale Haft von sieben Jahren. Der Prozess wird am 31. März fortgesetzt. Dann könnte das Urteil gesprochen werden.

Aus Sicht der Anklage steht fest, dass der 48-Jährige an Himmelfahrt 2014 im Rausch zwei seiner Zechkumpanen - eine 47-Jährige und einen 50-Jährigen - getötet hat. Nüchtern sei der Angeklagte „freundlich und hilfsbereit“, sagte der Staatsanwalt. Unter Alkohol werde er jedoch extrem aggressiv, was auch Vorstrafen wegen Körperverletzungen zeigten. Die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt sei zwingend, betonte der Staatsanwalt, eine Sicherungsverwahrung nach der Haft aber nicht. Das Motiv habe nicht abschließen geklärt werden können. In der Anklage war noch von einer Beziehungstat die Rede gewesen.

Die beiden Leichen wurden am 1. Juni 2014 nackt in zwei Reisekoffern verpackt von Spaziergängern an einem Bahndamm im Stuttgarter Schlossgarten gefunden. Ein Fahndungsaufruf auch in der ZDF-Sendung „Akteneichen XY... ungelöst“ blieb zunächst ohne Erfolg. Erst zwei Wochen nach Auffinden der Koffer wurde der 48-Jährige festgenommen.

dpa

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