Strahlung von Körperscannern kann Medikamente prüfen

Bochum - Mit der bei Körperscannern verwendeten Terahertz- Strahlung können gefälschte Medikamente erkannt werden. Bochumer Forscher haben bereits erste Patente für die Methode angemeldet.

Bochumer Forscher haben ein Verfahren entwickelt, bei dem die Präparate automatisch bei der Ein- und Ausfuhr auf ihre Echtheit untersucht werden. In den nächsten zweieinhalb Jahren soll die Technik weiter getestet und für Praxisanwendungen ausgebaut werden, wie Geschäftsführer Jens Soetebier von der Terahertz-Forschungsgruppe der Ruhr-Universität Bochum am Freitag sagte.

“Viele Stoffe haben eine ganz individuelle Kennzeichnung ähnlich dem Fingerabdruck beim Menschen“, sagte Soetebier. Die Terahertz- Strahlung ermögliche die Identifizierung dieser Stoffe. Die Entwicklung der Geräte sowie der versteckten Kennzeichnungen in den Medikamenten durch die Universität und Industriepartner wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU mit 1,35 Millionen Euro gefördert. Erste Patente für die Methode seien bereits angemeldet, sagte Soetebier.

“Das Verfahren würde eine erfolgreiche Fälschung so teuer machen, dass Nachahmungen unrentabel werden“, erklärte Patentanwältin Tanja Bendele. Gefälschte Medikamente verursachen nicht nur finanzielle Schäden, die Mittel sind zudem oft nutzlos oder gar schädlich für den Menschen.

Terahertz-Strahlung stammt aus einer Nische des elektromagnetischen Spektrums zwischen Wärmestrahlung (Infrarot) und Mikrowellen. Die Strahlen durchdringen problemlos Stoff und viele Verpackungsmaterialien wie Pappe, Holz und viele Kunststoffe. Anders als Röntgen- oder UV-Strahlung sind sie jedoch energiearm und nicht ionisierend. Sie verändern die chemische Struktur des durchleuchteten Stoffs nicht und gelten daher als biologisch ungefährlich.

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