MORDVERDÄCHTIGER GEFASST

Oma hat keine Angst mehr um Enkelkinder

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Die Arbeit der Polizei war erfolgreich: Der mutmaßliche Mörder ist gefasst. Nun erzählt die Mutter des Opfers wie es ihr nach der Festnahme geht.

Mespelbrunn - Ein Jahr nach dem Mord an einer jungen dreifachen Mutter wurde der mutmaßliche Täter gefasst. Die Mutter des Mordopfers erzählt, was diese Festnahme in ihr auslöste.

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Fast ein Jahr lang hatte Kristina Bauer (58) auf diesen Augenblick gewartet: Dass das Telefon klingelt und man ihr die Festnahme des Mörders ihrer Tochter Carmen Spielmann (32) mitteilt. Doch als es am Montag gegen 12 Uhr tatsächlich so weit war, konnte sie es gar nicht glauben: "Ich dachte, das sei ein makaberer Scherz. Noch in der Nacht zuvor hatte sie geträumt, Alexander Renz stehe vor der Tür und bedrohe sie mit einem Messer.

So wie er es am 25. Juli 2008 auf dem Parkplatz vor Schloss Mespelbrunn gemacht hatte, bevor er die dreifache Mutter Carmen Spielmann erstach " weil die schöne Rezeptionistin seine Liebe nicht erwiderte. Und so wie er es am 8. Januar und 30. März 2009 bei seinen Verwandten gemacht hatte, denen das Schlosshotel gehört " und von denen er Geld und EC-Karten für seine Flucht erpresste.

Am Samstag ging die Flucht des Frauenkillers im elsässischen Colmar unspektakulär bei einer Routinekontrolle der Polizei zu Ende. Kristina Bauer reagierte erleichtert: "Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, dass wir nun keine Angst mehr um die Enkel haben müssen. Als es hieß, Renz sei auf dem Fahrrad unterwegs, blickte Kristina Bauer misstrauisch jedem Radler hinterher " in der Tasche eines der vielen Fotos aus Überwachungskameras, die Renz auf der Flucht beim Geldabheben zeigen.

Nur mit Hilfe von Therapeuten haben die Kinder Carmen Spielmanns die vergangenen Monate überstanden. Was mit ihrer Mutter passiert war, konnte man nicht vor ihnen verheimlichen. Ihre Oma: "Sie wurden ja ständig im Fernsehen und in den Zeitungen damit konfrontiert. Deshalb wollte der große Sohn Kevin (17) auch gleich zur Pressekonferenz der Aschaffenburger Polizei, bei der die Festnahme von Renz am Montagnachmittag bekannt gegeben wurde. So als würde er es erst dann richtig begreifen. Herzergreifend, was Kristina Bauer über die Leiden der Kinder seit dem 25. Juli 2008 berichtet: "Als ich mit ihnen im Flugzeug verreiste, fragte mich Cedric (12), wo denn nun hier im Himmel die Mama wohne.

Zum Jahrestag will Kristina Bauer erstmals selbst zu dem Ort gehen, wo ihre Tochter sterben musste. Sie hofft, den Namen des Täters nun bald aus ihrem Gedächtnis streichen zu können " die Erinnerung an ihre Tochter verblasst dagegen nie: "Die schönste Nachricht wäre, wenn meine Tochter nun zur Tür reinkäme und den Renz hätte es nie gegeben. Nun hoffe ich, dass er seine gerechte Strafe erhält.

mm

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