Wetterbehörde prognostiziert

Jahreszeitentrend: Kein heißer Sommer in Deutschland

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Traut man dem Langzeitwetterbericht, wird der Sommer in diesem Jahr wieder sehr durchwachsen.

Wiesbaden - Geht es nach dem Jahreszeitentrend der US-Wetterbehörde NOAA, sind die Hoffnungen auf einen heißen deutschen Sommer 2015 sehr gering. 

Sie sind immer wieder gerne gesehen: Jahreszeitentrends! Ab und zu hört man dazu auch kritische Stimmen. Es sei nicht möglich Wettervorhersagen für ganze Jahreszeiten abzugeben. Aber: das tut auch überhaupt niemand. Fast alle internationalen Wetterdienste erstellen sogenannte Jahreszeitentrends. Diese sind allerdings strikt von der klassischen Wettervorhersage (bis 72 Stunden) zu unterscheiden. Einige Kollegen der Branche versuchen das gerne in die unseriöse Ecke zu drängend, wohl wissend, dass das nicht der Fall ist. Besonders Energiekonzerne schätzen Langfristtrends und nutzen diese seit Jahren.

Jahreszeitentrends basieren auf langfristigen klimatologischen Untersuchungen und Beobachtungen. Das aktuelle Verhalten der Meeresströmungen und die Temperaturen der Ozeane spielen dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Mit diesen Trends kann auch wirklich nur eine sehr grobe Aussage getroffen werden: Wird ein Monat sehr wahrscheinlich wärmer oder kälter als üblich bzw. nasser oder trockener als im langjährigen Durchschnitt ausfallen?

Heißer deutscher Sommer 2015 unwahrscheinlich

Die renommierte US-Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) erstellt bereits seit Jahren langfristige Wettertrends für die Folgemonate und das weltweit. Für den kommenden meteorologischen Sommer in Europa, also die Monate Juni bis August, sieht das Modell Temperaturen die dem langjährigen Durchschnitt entsprechen würden. Den Chancen für einen richtig heißen, aber auch einen zu kühlen Sommer sind somit nur gering.

Beim Niederschlag sieht es nach einem durchwachsenen Sommer aus. Feuchter als üblich könnte der August ausfallen, allerdings nicht nur in Deutschland, sondern auch im gesamten Mittelmeerraum. Vieles deutet damit auf einen eher wechselhaften Sommer 2015 hin. Das wiederum wäre nicht verwunderlich, denn das Muster kennen wir bereits aus 2013 oder 2014. In beiden Jahren waren März und April durch sonnige und trockene Hochdruckwetterlagen geprägt. Ab Mai ging dem Hochdruckwetter dann jeweils immer die Luft aus und es wurde ziemlich wechselhaft. Der Mai 2013 und 2014 fielen beide ins Wasser. Der Mai 2015 ist sogar noch turbulenter. Es brachte bereits mehrere Unwetter und Tornados. Ob es auch in diesem Sommer weitere Tornados geben wird, kann man jetzt noch nicht sagen. Das fällt dann in den Bereich der kurzfristigen Wettervorhersagen, die man erst 12 bis 24 Stunden vor dem Ereignis ausgeben kann.

Deutscher Wetterdienst rechnet mit "zu warmen" Sommer

Laut Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net räumt der Deutsche Wetterdienst einem „zu warmen“ Sommer die höchste Eintreffwahrscheinlichkeit ein. Sie liegt bei knapp 50 Prozent. Dagegen liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu kalten Sommer bei nur 30 Prozent. Bereits das Frühjahr 2015 war „wärmer als normal“. Dieser Trend könnte sich nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes also auch im Sommer fortsetzen.

Wir sehen: So wirklich wissen wie der Sommer 2015 werden könnte tun wir nicht. Die langfristigen Wettermodelle können nur einen groben Trend ausgeben und der unterscheidet sich aktuell bei den verschiedenen internationalen Wetterdiensten zum Teil noch recht deutlich. Sollte sich das Muster der vergangenen Jahre wiederholen, dann würde uns nach einem trockenen und sonnigen März und April ein eher wechselhafter und nur mäßig warmer Sommer mit etlichen Unwetterlagen bevorstehen. Vielleicht gibt ja der Siebenschläferzeitraum Ende Juni/Anfang Juli nähere Auskunft. Gewissheit wird es allerdings erst Ende August geben.

pm/tz

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