Frankfurt diskutiert über Cannabis-Legalisierung

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Experten von Polizei, Wissenschaft, Medizin und Drogenhilfe beraten über das Für und Wider einer Cannabis-Legalisierung. Foto: Oliver Berg/Archiv

Frankfurt/Main - Die Stadt Frankfurt am Main stellt sich der Debatte um die Legalisierung von Cannabis. Auf einer Fachtagung am Montag diskutieren Experten von Polizei, Wissenschaft, Medizin und Drogenhilfe.

Die Debatte sei "seit Jahrzehnten festgefahren und ideologisch belastet", findet Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). Frankfurt sei die erste Stadt in Deutschland, die sich dem Thema offiziell stelle.

122 Strafrechtsprofessoren setzen sich für eine liberalere Drogenpolitik ein. Sie haben eine Petition unterschrieben und sich im sogenannten Schildower Kreis zusammengeschlossen. Einer von ihnen ist Prof. Ulfrid Neumann vom Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Uni Frankfurt. Er sagt: "Das Ziel, das mit einer Kriminalisierung verfolgt werden soll, nämlich den Handel und den Konsum zu unterbinden, ist nicht erreicht worden." Die Gesamtbilanz, das Strafrecht hier einzusetzen, sei "klar negativ".

Bei der Frankfurter SPD gibt es eine Koalition aus Alt und Jung. Jungsozialisten und SPD-Senioren fordern einen Modellversuch: einen "neuen Frankfurter Weg", benannt nach dem als sehr erfolgreich beurteilten "Frankfurter Weg" im Umgang mit härteren Drogen. Ihr Vorschlag: "eine regulierte Ausgabe unter wissenschaftlicher Begleitung" und einen leichter möglichen Einsatz in der Medizin.

Schildower Kreis

Resolution der Strafrechtsprofessoren

Homepage Prof. Neumann

dpa

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