Sie ist dringend tatverdächtig

Familiendrama bei Dortmund: Hat Mutter ihre Kinder getötet?

In dem Mehrfamilienhaus in Lünen bei Dortmund sind zwei Kleinkinder getötet worden.

Lünen - Mit einem Küchenmesser soll eine Mutter zwei ihrer schlafenden Kinder erstochen haben. Weil sie selbst verletzt ist, liegt sie im Krankenhaus.

Bei einem Familiendrama in Lünen bei Dortmund soll eine Mutter zwei ihrer Kinder im Schlaf durch Messerstiche getötet haben. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Kinder schon geschlafen haben“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Jörg Schulte-Göbel am Donnerstag. Es geht um einen Jungen im Alter von knapp zwei Jahren und ein Mädchen im Alter von viereinhalb Jahren. Die Mutter kam mit Stichverletzungen ins Krankenhaus. „Wir gehen davon aus, dass sie sich die Verletzungen selbst beigebracht hat“, sagte der Staatsanwaltschaft. Eine Mordkommission ermittelt. Die Hintergründe sind unklar.

Die Polizei war am Mittwochabend kurz vor 22.00 Uhr von Nachbarn alarmiert worden. Als Polizei und Rettungsdienst in dem Mehrfamilienhaus eintrafen, waren die beiden Kinder bereits tot. Ein drei Monate altes Baby war unverletzt, wie zunächst die „Bild“-Zeitung online berichtet hatte.

Die 28-Jährige sollte noch am Donnerstag vernommen werden. Die Ermittler halten sie für dringend tatverdächtig. Über die Hintergründe wurde zunächst nichts bekannt. Die beiden Kinder seien durch mehrere Stiche mit einem Küchenmesser zu Tode gekommen, sagte der Staatsanwalt. Dies habe die Obduktion ergeben. Zur Tatzeit waren auch der Vater der Kinder und dessen Bruder in der Wohnung - aber in einem anderen Raum. Sie seien nicht verdächtig, sagte Schulte-Göbel.

Hintergrund: Wenn Eltern ihre Kinder töten 

Wenn Eltern ihre Kinder töten, geht es häufig um erweiterten Suizid. Auslöser sind meist Verzweiflung über das Ende einer Beziehung, Streit um das Sorgerecht, finanzielle Probleme oder eine schwere Erkrankung.

Oktober 2016, Wedel (Schleswig-Holstein): Ein 49-Jähriger löscht seine ganze Familie aus. Er ertränkt seine kleinen Kinder und tötet die Ehefrau, die sich von ihm trennen wollte - laut Polizei könnte das der Auslöser der Tragödie gewesen sein.

Oktober 2016, Ochsenfurt (Bayern): Eine Passantin findet zwei kleine Jungen und ihren Vater unter einer Autobahnbrücke. Der Mann hatte sich mit den Söhnen von der Brücke gestürzt.

September 2016, Lindau (Baden-Württemberg): Eine 47 Jahre alte Frau soll ihre neun Jahre alte Tochter erstickt haben. Dann nimmt sie eine Überdosis Tabletten, überlebt aber.

September 2016, Mannheim: Mit Messerstichen soll eine 38-Jährige ihre zehn Jahre alte Tochter ermordet haben. Sie ruft selber die Polizei.

August 2016, Ravensburg (Baden-Württemberg): Ein 53-Jähriger tötet seine Frau und zwei Stieftöchter mit Beil und Messer. Nur der kleine Sohn überlebt. Der Täter nimmt sich in der U-Haft das Leben.

Mai 2016, Hamburg: Das Landgericht weist eine Mutter, die ihren elfjährigen Sohn vor eine U-Bahn gestoßen hat, auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie ein. Sie habe Stimmen gehört, die ihr die Tat befahlen, gab sie an. Der Junge wird lebensgefährlich verletzt.

November 2015, Hannover: Eine Mutter tötet ihren Ehemann, ihre beiden drei und neun Jahre alten Kinder und dann sich selbst. Das Paar hatte sich kurz zuvor getrennt.

dpa

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