Fall Bögerl: Neue Details kommen ans Licht

+
Die entführte und ermordete Maria Bögerl.

Heidenheim - Die Lösegeldbeschaffung im Fall der entführten und ermordeten Heidenheimer Bankiersgattin Maria Bögerl ist anders verlaufen als bislang bekannt.

Die Ulmer Filiale der Deutschen Bundesbank habe die geforderten 300.000 Euro bereitgestellt, nicht der Ehemann oder die Polizei, berichtet die Zeitung “Die Welt“. Angefordert habe es die Verwaltung der Stadt Niederstotzingen (Landkreis Heidenheim) auf Veranlassung ihres Bürgermeisters Gerhard Kieninger. Bögerls Mann, der Sparkassendirektor Thomas Bögerl, erhielt nach Angaben der “Welt“ den Anruf des Entführers seiner Frau während eines Geschäftstermins im Rathaus von Niederstotzingen. Gemeinsam mit Bürgermeister Kieninger habe er die Polizei informiert und die Geldbeschaffung organisiert. Um keinen Verdacht zu wecken, sei das Lösegeld bei der Bundesbank als Kredit für eine kommunale Investition abgerufen worden. Kieninger bestätigte auf DAPD-Anfrage den Bericht. Es habe Gefahr im Verzug bestanden, und Bögerl habe anonym bleiben wollen. Der Fall sei auch im Gemeinderat behandelt worden.

Bilder von der Trauerfeier für Maria Bögerl

Bilder von der Trauerfeier für Maria Bögerl

Weiter schrieb die Zeitung, die Polizei habe im Wohnhaus der Bögerls Spuren eines Kampfes festgestellt. Allerdings sei Maria Bögerl nicht dort getötet worden. Auch die Tatwaffe, ein Küchenmesser, stamme nicht aus dem Haushalt der Bankiersfamilie. Ein Polizeisprecher aus Heidenheim sagte dem DAPD, es seien überall Spuren gesichert worden, zu Einzelheiten äußere man sich nicht.

Die 54-jährige Maria Bögerl war am 12. Mai in ihrem Wohnhaus im Heidenheimer Stadtteil Schnaitheim entführt worden.

apn

Kommentare