Zahlen des Statistischen Bundesamtes

Nach Scheidung: Eltern streiten sich vor Gericht vermehrt um Kinder

München - Die Zahl der Streitigkeiten vor Gericht um den Umgang mit Kindern ist gestiegen. Experten führen das unter anderem darauf zurück, dass Väter heutzutage mehr Interesse als früher haben, mit Kindern aus einer gescheiterten Ehe in Kontakt zu bleiben.

Immer mehr Auseinandersetzungen zwischen Ex-Partnern über den Umgang mit den gemeinsamen Kindern landen vor Gericht. Im Jahr 2013 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 56 410 Verfahren um Umgangsstreitigkeiten an deutschen Gerichten, zehn Jahre zuvor waren es nur 35 156. Auch in Bayern stieg die Zahl deutlich - von 4893 im Jahr 2003 auf 7516 im Jahr 2013.

"Die Umgangsfälle nehmen zu"

„Die Umgangsfälle nehmen zu“, sagte der Münchner Familienrichter Jürgen Schmid am Dienstag zum 20-jährigen Bestehen der Initiative „Betreuter Umgang“ in München. Die Initiative sorgt mit ehrenamtlichen Mitarbeitern unter anderem dafür, dass zerstrittene Eltern sich bei der Übergabe ihrer Kinder nicht begegnen müssen.

„Es zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten“, sagte Schmid über die Umgangsstreitigkeiten. Der Großteil der Eltern, die vor Gericht Umgang einfordern, seien auch heute noch Väter, weil die Kinder nach einer Trennung nach wie vor eher bei der Mutter lebten. Die höhere Zahl der juristischen Auseinandersetzungen führt Schmid auch darauf zurück, dass Väter heute größeres Interesse als früher daran hätten, mit dem Nachwuchs aus der „Altfamilie“ in Kontakt zu bleiben.

dpa

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