Eltern sollen ihre Kinder nicht zur Schule fahren

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Kind im Kindersitz: Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) empfiehlt Eltern, ihre Kinder nicht im Auto zur Schule zu fahren.

Berlin - Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) empfiehlt Eltern, ihre Kinder nicht im Auto zur Schule zu fahren. 40 Prozent der Kinder, die 2009 bundesweit im Straßenverkehr getötet wurden, saßen in einem Pkw.

Das teilte der Verbraucherverband am Montag in Berlin mit. Demnach ist das Auto bei weitem nicht so sicher, wie viele glauben. In dieser Woche enden in Bremen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Sommerferien. Dem VCD zufolge sind Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Schule bringen, oft angespannt. Dadurch gefährdeten sie den Straßenverkehr, die Kinder und sich selbst. Je weniger Autos hingegen auf den Straßen unterwegs seien, desto sicherer werde auch der Schulweg. Wer zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule komme, verbessere seine körperliche, aber auch seine geistige Fitness und könne sich besser auf den Unterricht konzentrieren, erklärte der Verkehrsclub. Zudem stärke die eigenständige Bewältigung des Schulweges zusammen mit Freunden das Selbstbewusstsein der Kinder und ermögliche ihnen soziale Kontakte.

Erstklässler in Laufbussen zur Schule

Der VCD empfahl, Eltern sollten ihre Kinder aber in den ersten Wochen begleiten und mit ihnen möglichst belebte und gut beleuchtete Wege auswählen, das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben und gefährliche Stellen durchsprechen. Auch das sogenannte Laufbus-Modell biete sich an: Laufbusse bestehen aus einer Gruppe von Erstklässlern, die zusammen zur Schule gehen und dabei abwechselnd von einem Erwachsenen begleitet werden, bis die Gruppe sicher genug ist, um den Weg ohne Begleitung zu meistern. Der Laufbus steuert dabei wie ein echter Bus nach einem festgelegten “Fahrplan“ Sammelpunkte an, an denen sich weitere Kinder der Gruppe anschließen können. Der VCD ruft Eltern, Lehrer und Schüler dazu auf, sich vom 22. September bis zum 2. Oktober an der Aktionswoche “Zu Fuß zur Schule“ zu beteiligen, die der Umwelt- und Verbraucherverband gemeinsam mit dem Deutschen Kinderhilfswerk plant.

apn

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