Mit Tischbein

Ehefrau in Flüchtlingsheim erschlagen: Syrer muss ins Gefängnis

Trier - Mit einem Tischbein hat ein Syrer in einer Flüchtlingsunterkunft seine Frau erschlagen - vor den Augen ihrer Kinder. Dafür muss er jetzt 13 Jahre in Haft.

Für den Totschlag an seiner Ehefrau in einer Trierer Flüchtlingsunterkunft ist ein 33-Jähriger zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Der Syrer habe seine Frau mit einem losen Tischbein vor den Augen der drei gemeinsamen Kinder erschlagen, sagte die Vorsitzende Richterin Petra Schmitz am Freitag vor dem Landgericht Trier. Die 32 Jahre alte Frau habe sich offensichtlich von ihrem Mann trennen wollen, weil sie sein „patriarchalisches Gehabe“ ablehnte. „Er wollte seine Frau bestrafen, und zwar mit dem Tod“, sagte Schmitz.

Er habe sie immer wieder geschlagen, sei „grundlos eifersüchtig“ gewesen und habe ihr verboten, mit Angehörigen zu telefonieren, sagte Schmitz. In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende habe sich die 32-Jährige anderen Frauen offenbart und von einer möglichen Anzeige gegen ihren Mann und Scheidung gesprochen. Sie nutzte fremde Handys, um das Kontaktverbot zu umgehen. „Das missfiel ihrem Mann“, sagte Schmitz. Das Verhältnis verschlechterte sich.

Am Tattag im August 2015 habe er dann im Familienzimmer im Streit mit einem metallenen Tischbein acht Mal „heftig und mit großer Kraftentfaltung“ auf den Kopf seines Opfers geschlagen. Danach suchte er Hilfe in der Einrichtung, sagte die Richterin. Er behauptete, seine Frau wäre unglücklich gegen das Fensterbrett gestürzt. Die „Version“ des 33-Jährigen sei aber völlig ausgeschlossen. „Die Frau war nicht mehr zu retten“, sagte Schmitz.

Besonders schlimm sei, dass die drei kleine Kinder die Tat mit erleben mussten. Er habe sie dadurch „erheblich geschädigt“, sagte Schmitz. Die Kinder sind laut Anwalt bei Pflegeeltern untergebracht.

Die Familie war aus dem Bürgerkriegsland Syrien geflohen und erst wenige Wochen vor der Tat in Trier angekommen. Der 33-Jährige hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Sein Verteidiger kündigte Revision an.

dpa

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