Ebola: Bundesregierung plant Sonderhilfsprogramm

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Das Ebola-Virus unter dem Mikroskop.

Berlin - Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist zwar unter Kontrolle, aber immer noch infizieren sich Menschen - selbst in Regionen, in denen monatelang Ruhe war. Deutschland will jetzt verstärkt helfen.

Als Reaktion auf die Ebola-Krise legt die Bundesregierung ein Sonderhilfsprogramm für Westafrika auf. Zudem sei der Aufbau einer Weißhelm-Truppe aus Ärzten, Technikern und Spezialisten geplant, sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) der „Bild“-Zeitung (Dienstag). „Wir werden den Aufbau der Gesundheitssysteme und einer besseren Krisenreaktion in Afrika mit 200 Millionen Euro fördern.“ Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation über 10 400 Menschen an Ebola gestorben.

Die drei von der Epidemie am stärksten betroffenen Länder Liberia, Sierra Leona und Guinea seien wirtschaftlich um fünf bis zehn Jahre zurückgeworfen worden. „Auch wenn sich die Scheinwerfer der Welt von Westafrika abwenden, dürfen wir die Region nicht allein lassen.“ Die Weißhelm-Truppe werde Deutschland notfalls im Alleingang aufbauen.

„Wir werden bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Kernmannschaft von Weißhelmen aufstellen, die in drei bis fünf Tagen überall auf der Welt im Einsatz sein kann“, sagte Müller. Am Dienstag bricht er zusammen mit Gesundheitsminister Hermann Gröhe zu einem viertägigen Besuch ins Ebola-Gebiet nach Westafrika auf.

Sierra Leone erlebte unterdessen einen Rückschlag im Kampf gegen die Seuche: Nach monatelanger Pause starb in einer östlichen Region des Landes wieder ein Mensch an Ebola. Das Opfer sei ein neun Monate alter Junge aus dem Distrikt Kailahun, berichtete die Zeitung „Sierra Leone Telegraph“ am Sonntag unter Berufung auf die Behörden.

Seit mehr als 100 Tagen seien aus diesem Gebiet keine Ebola-Infektionen mehr gemeldet worden. In anderen Landesteilen gab es hingegen weiter Erkrankungen. Der Distrikt liegt nahe der Grenze zu Guinea und Liberia und galt früher als eine der Brennpunkte der Epidemie.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte bereits vor einigen Monaten eine internationale Weißhelm-Truppe vorgeschlagen. Bislang gebe es die als Blauhelme bezeichneten UN-Friedenstruppen - aber nichts Ähnliches als Antwort auf den Ausbruch von Epidemien, begründete er damals seinen Vorstoß.

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dpa

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