178 Kunstgegenstände in Salzburg

Kunstsammler Gurlitts Schatz noch größer

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Gurlitts Haus in Salzburg.

München - Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt hat sich entschieden, Werke aus jüdischem Besitz zurückzugeben. Sein Kunstschatz ist noch viel größer als angenommen.

Nach langem Zögern plant der Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt nach Angaben seines gerichtlich bestellten Betreuers die Rückgabe aller Kunstwerke aus jüdischem Besitz. Gurlitt wolle alle Kunstwerke, die aus „jüdischem Besitz gestohlen oder geraubt wurden, an die jeweiligen Besitzer oder deren Nachfahren herausgeben“, sagte der Rechtsanwalt Christoph Edel der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag), dem Norddeutschen Rundfunk und dem Westdeutschen Rundfunk.

Nazi-Raubkunst: Werke aus dem Gurlitt-Fund

Nazi-Raubkunst: Werke aus dem Gurlitt-Fund

„Sollten Werke unter begründetem Raubkunstverdacht stehen, dann gebt diese bitte an die jüdischen Eigentümer zurück“, laute Gurlitts Auftrag an Edel, berichtete sein Sprecher Stephan Holzinger am Abend in einer Pressemitteilung. Edel betonte jedoch, dass „nur wenige Prozent der Sammlung Cornelius Gurlitt unserer Rechtsauffassung nach unter Raubkunstverdacht stehen“.

Als erstes Werk soll demnach das Porträt „Sitzende Frau“ von Henri Matisse übergeben werden. Die Herausgabe solle in Kürze mit den Nachfahren des Pariser Kunstsammlers Paul Rosenberg vereinbart werden. Das von den Nazis geraubte Werk gehörte zeitweise zur Kunstsammlung Hermann Görings und war auf Umwegen in den Besitz der Familie Gurlitt gelangt. Nach Angaben Edels ist in den nächsten Wochen mit der Herausgabe weiterer Exponate zu rechnen.

Vor drei Wochen ordnete Gericht Betreuung Gurlitts an

Bereits Ende Januar hatte Gurlitt eine solche Rückgabe in Erwägung gezogen. „Er ist gewillt, sich die Raubkunst-Klagen genau anzuschauen und faire und gerechte Lösungen auszuhandeln“, sagte sein bisheriger Anwalt Hannes Hartung damals der Nachrichtenagentur dpa. Hartung sei „mit sofortiger Wirkung“ von sämtlichen Aufgaben des Mandats entbunden worden, erklärte Holzinger am Abend ohne Angabe von Gründen.

Anfang 2012 hatten Steuerfahnder im Zuge von Ermittlungen in der Münchner Wohnung Gurlitts rund 1280 Kunstwerke entdeckt und beschlagnahmt. Rund 500 der zum Teil sehr wertvollen Objekte stehen im Verdacht, Nazi-Raubkunst zu sein. Der Schwabinger Kunstfund kam erst im November 2013 an die Öffentlichkeit und sorgte international für großes Aufsehen.

Auch in Salzburg hatte Gurlitt wertvolle Kunstwerke gelagert. Diese Sammlung sei mit 238 Kunstgegenständen weit größer als bisher angenommen, teilte Gurlitt-Sprecher Holzinger mit und bestätigte damit Angaben der drei Medien. Die bisher unbekannten Kunstwerke seien in einem „zuvor nicht zugänglichen Teil“ des alten Gurlitt-Hauses entdeckt worden. Unter ihnen sind Ölgemälde und Aquarelle etwa von Auguste Renoir, Max Liebermann und Claude Monet. Der mit Abstand größte Teil bestehe aus Zeichnungen etwa von Pablo Picasso.

Vor drei Wochen hatte das Amtsgericht München die Betreuung Gurlitts angeordnet. Sie umfasst im wesentlichen die Vertretung gegenüber Behörden und in Strafsachen sowie die Vermögenssorge. Die Betreuung gilt zunächst bis Ende des Jahres und erfolgt mit Einverständnis des 81-Jährigen.

dpa

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