Zwei Tote, viele Verletzte

Zugunglück in NRW: So laufen die Ermittlungen

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Ein mit Gülle überzogener Zug steht mit einer zerstörten Fensterseite am 16.05.2015 in Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen) auf einer Bahnstrecke. Auf einem Bahnübergang ist es hier zur Kollision des Zuges mit einem landwirtschaftlichen Fahrzeug gekommen.

Ibbenbüren - Bei einem Zugunglück in NRW sind am Samstag zwei Menschen ums Leben gekommen, viele weitere wurden verletzt. Die Ermittlungen zur Unfall-Ursache laufen auf Hochtouren.

Nach dem Bahnunglück mit zwei Toten in Ibbenbüren im Münsterland geht die Ermittlungsarbeit der Polizei weiter. Bei dem Unfall war am Samstag auf einem beschrankten Bahnübergang ein Personenzug mit einem Gülletransporter zusammengestoßen. Der 41 Jahre alte Lokführer und eine 18-jährige Frau starben noch am Unglücksort. Sechs Fahrgäste erlitten schwere Verletzungen. Lebensgefahr bestehe nicht, sagte ein Polizeisprecher in Steinfurt. 35 weitere Fahrgäste hatten den Zusammenstoß laut Polizei ohne größere Blessuren überstanden.

„Ein Sachverständiger ist eingeschaltet, um die Unfallursache zu ermitteln“, erklärte Polizeisprecher Reiner Schöttler. Auch Zeugen würden vernommen. Die Bahnstrecke ist inzwischen freigegeben worden. Der Verkehr läuft wieder. Das sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Die Bergungsarbeiten seien am späten Samstagabend abgeschlossen worden.

Ermittlungen gegen 23 Jahre alten Traktorfahrer

Die Staatsanwaltschaft ermittelt unterdessen gegen den Fahrer des stehengebliebenen Gülletransporters. „Der Tatvorwurf lautet gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr, fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung“, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Beschuldigter sei der 23-jährige Fahrzeugführer des Traktors. Eine zentrale Fragen sei, warum der Gülleanhänger auf den Schienen stand.

Die Kupplung als Verbindung zum Traktor sei dabei ein entscheidendes Detail. Ein Gutachter überprüfe das gesamte Fahrzeuggespann näher. Gleichzeitig werde unter anderem ermittelt, wie schnell der Zug fuhr und ob die Schrankenanlage samt Warneinrichtung einwandfrei funktionierte.  Der Fahrer des Traktors habe erklärt, er sei dem herannahenden Zug noch entgegengelaufen, um den Lokführer zu warnen.

Das Unglück hatte sich in einem ländlichen Vorort von Ibbenbüren im nördlichen Münsterland ereignet. Der voll besetzte Regionalzug kam aus Osnabrück. Er stieß auf einem beschrankten Bahnübergang gegen einen liegengebliebenen Gülletransporter. Das schwere landwirtschaftliche Gerät hatte sich vom Traktor gelöst.

Der Zug stoppte erst nach etwa 300 Metern. Ein Großaufgebot von Helfern und Polizei war vor Ort, um Verletzten zu helfen, Trümmer zu bergen und die Ermittlungen aufzunehmen.

dpa

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