Angriff auf Bürgermeister: El Masri verärgert über Bordell

+
Khaled el Masri.

Memmingen- Verletzte religiöse Gefühle waren möglicherweise das Motiv für den Angriff des Deutsch-Libanesen Khaled el Masri auf Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) im September.

Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben vom Montag bei el Masri einen Brief beschlagnahmt, in dem steht, die Moschee, in dem seine Kinder gebetet haben, sei durch einen nahen Bordellbetrieb entweiht worden. Das muslimische Gebetshaus in Neu-Ulm beim früheren Multikulturhaus ist seit längerem geschlossen. Offenbar sehe el Masri durch die Genehmigung der Stadt für den Sexclub in der Nähe der Moschee die Verantwortung dafür bei Noerenberg.

El Masri war Mitte September im Neu-Ulmer Rathaus in das Büro des Oberbürgermeisters gestürmt und hatte dort unvermittelt mit Fäusten auf Noerenberg eingeschlagen und einen Stuhl nach ihm geworfen. Dabei war der OB an der Hand und im Gesicht verletzt worden. Gegen el Masri wurde Haftbefehl wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung erlassen. Er schweigt bis jetzt zu seiner Attacke.

Gegen den 46-Jährigen soll Anklage erhoben werden, wenn ein psychiatrisches Gutachten vorliegt. Da bei el Masri, der unter Bewährung steht, Wiederholungsgefahr besteht, muss er weiterhin in Untersuchungshaft bleiben.

El Masri war 2004 vom US-Geheimdienst nach Afghanistan verschleppt und dort fast sechs Monate gefangen gehalten worden. Er gilt seitdem als traumatisiert. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hatte er im Januar 2007 in einem Neu-Ulmer Großmarkt Feuer gelegt und war dafür Ende 2007 zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden.

dpa

Kommentare