Offene Fragen nach der Obduktion

Mord an Anneli (17): Cousin bedankt sich für Anteilnahme

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Vor ihrem Haus hat die Familie von Anneli eine Gedächtnisecke für die ermordetet 17-Jährige eingerichtet.

Dresden - Die Nachricht vom Tod Annelis bewegt Deutschland zutiefst. Auch die ersten Obduktionsergebnisse können nicht alle offenen Fragen klären. Jetzt hat sich der Cousin der 17-Jährigen auf Facebook gemeldet.

Update vom 21. August 2015: Musste die 17-jährige Anneli sterben, weil Annelis mutmaßlicher Mörder unheilbar krank ist? Dieses Detail kam nun ans Licht und könnte den Ermittlern weiterhelfen.

Update vom 20. August 2015: Nicht nur Annelis Cousin hat sich über Facebook an die Öffentlichkeit gewandt. Auch ihre Eltern haben die soziale Plattform genutzt. Und zwar, um mit Annelis Entführern in Kontakt zu treten.

Nach dem Mord an Anneli trauert die Familie um die 17-Jährige, und Deutschland trauert mit ihr. Die Welle des Mitgefühls nach dem schrecklichen Verbrechen, dessen Hintergründe nach wie vor nicht vollständig geklärt sind, ist enorm.

Auf seinem privaten Profil auf dem sozialen Netzwerk schreibt der Cousin des getöteten Entführungsopfers auf Wunsch seiner Eltern:

"Stellvertretend für unsere Familie möchte ich mich für die große Anteilnahme bedanken. Die Eltern haben mich gebeten Euch über diesen Weg mitzuteilen, dass sie vor Ihrem Haus eine Gedächtnisecke für Ihre geliebte Tochter Anneli-Marie eingerichtet haben. Wer eine Möglichkeit sucht seiner Trauer Ausdruck zu geben, kann dies hier gern tun."

Der Post wurde in weniger als 24 Stunden bereits fast 2500-mal geteilt. Viele User sind von der grausamen Tat schockiert. Manche haben ihr Profilbild im Andenken an die getötete Unternehmertochter geändert. Dort ist jetzt eine schwarze Trauerschleife auf weißem Grund zu sehen. Auf ihr steht "Mein tiefes Mitgefühl für die Familie der kleinen Anneli". Sie geben unter der Nachricht des Cousins erneut ihr Beileid zum Ausdruck, wünschen der Familie Kraft in dieser schweren Zeit. 

Zwei Männer hatten die Gymnasiastin tags zuvor beim Gassigehen mit ihrem Hund entführt, um 1,2 Millionen Euro zu erpressen. Eine Geldübergabe scheiterte. Nach tagelanger intensiver Suche mit rund 1200 Beamten, Hunden und Hubschrauber wurde am Montagabend die Leiche einer jungen Frau gefunden - in einem Dreiseithof in Lampersdorf im Landkreis Meißen nahe Annelis Wohnort. Der jüngere der Tatverdächtigen, ein gebürtige Schwabe, hatte bis vor kurzem mit Frau und zwei Kindern dort gewohnt.

Wurde Anneli erdrosselt?

Polizeipräsident Dieter Kroll am Dienstag auf einer Pressekonferenz zum Mord an Anneli.

Woran das Mädchen genau starb, steht laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden auch nach der Obduktion nicht fest. „Es sind weitere toxikologisch-chemische Untersuchungen notwendig, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase, am Mittwoch.

In den Haftbefehlen für die 39- und 61-jährigen Tatverdächtigen werde zwar davon ausgegangen, dass die 17-Jährige erdrosselt wurde. „Es kommen aber auch andere Möglichkeiten in Betracht“, erklärte Haase. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor unter Berufung auf den Leitenden Staatsanwalt von „Strangulation mit einem Gurt“ geschrieben.

Die Ermittler können weiterhin nicht sicher sagen, wann die Tochter eines Unternehmers starb. „Wir gehen nach wie vor von Freitag aus“, sagte Haase. Als sich Polizei und Eltern am Sonntag an Öffentlichkeit und Entführer wandten, war Anneli demnach längst tot.

DNA-Identifizierung von Anneli steht noch aus 

Vom Augenschein her ist das Mädchen klar identifiziert, das DNA-Ergebnis steht aber noch aus. „Der wissenschaftliche Nachweis fehlt noch“, sagte Haase. Indes gebe es auch nach der rechtsmedizinischen Untersuchung keine Anhaltspunkte dafür, dass die 17-Jährige sexuell missbraucht wurde.

Den beiden Verdächtigen werden gemeinschaftlicher Mord und erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen. Der Ältere hatte sich zur Tat geäußert, er will das Mädchen aber nicht getötet haben. Er gab nach seiner Festnahme in Dresden den entscheidenden Hinweis auf den Fundort der Leiche. Der Jüngere, der in einem Ort nahe Bamberg in Bayern gefasst wurde, schweigt bisher.

hn mit Material der dpa

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