Angeblich keine Gefahr auf ICE-Strecke

Mannheim - Das Bauunternehmen Bilfinger Berger sieht keine Gefahr für die Sicherheit der ICE-Strecke München-Nürnberg - auch für den Fall, dass tatsächlich beim Bau gepfuscht worden wäre.

Vorstandschef Herbert Bodner sagte am Montag in Mannheim bei einer Telefonkonferenz, er sehe kein Sicherheitsrisiko. “Es geht nicht um Tunnel und die Trasse selbst.“ Die Vorwürfe beträfen Bauwerke am Rande, mit denen beispielsweise Hänge gesichert seien. Es gehe um rund 500 Erdanker. Es werde behauptet, dass dort Messdaten verändert worden seien. Bodner sagte, bei der damaligen Qualitätskontrolle beim Bau unter anderem durch die Deutsche Bahn habe es keine Beanstandungen gegeben. Die Vorwürfe beträfen das sogenannte Südlos der ICE-Strecke, bei dem der zweitgrößte deutsche Baukonzern nur Spezialarbeiten durchgeführt habe.

Es habe sich um ein finanzielles Volumen von weniger als 50 Millionen Euro gehandelt. Die Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten stammten von einem ehemaligen Beschäftigten des Konzerns, sagte der Vorstandschef weiter. Bilfinger Berger ist auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft, die in Köln die U-Bahn baut. Dort wollen die beteiligten Baufirmen am Mittwoch eine Pressekonferenz geben und die Öffentlichkeit über den Stand der Untersuchung informieren. Wegen möglicher Unregelmäßigkeiten beim Bau hatte die Staatsanwaltschaft entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Bodner sagte, man sei dort von Machenschaften betroffen, die man als kriminell bezeichnen müsse. Im Vordergrund stehe nun die Frage, was zu unternehmen sei, damit so etwas nicht mehr passiere. “Wir sind daran interessiert, dass aufgeklärt wird.“ Die Untersuchungen seien in vollem Gange. Die Bauwerke dort seien standsicher. An einem der U-Bahn-Schächte war am 3. März 2009 das Kölner Stadtarchiv eingestürzt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben.

DAPD

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