Carl Gustaf, Sex-Clubs und die "Bierdamen" vom Oktoberfest

+
"Nej.." Mit einem verdrucksten Dementi versuchte Schwedens König Karl XVI. Gustaf sich im Sex-Skandal aus der Schusslinie zu bringen.

Stockholm - Jetzt hat König Carl Gustaf sich erstmals zu den Sex-Partys geäußert, die ihm vorgeworfen werden - vor der Kamera. Er sprach dabei sogar von Bedienungen auf der Wiesn.

Schwedens König Carl XVI. Gustaf hat in der Rotlicht-Affäre alle Vorwürfe abgestritten. Ob ihm die späte Offenheit aus der Patsche hilft, ist ungewiss: Wenn nun doch Sex-Fotos ans Licht kommen, könnte ein Thronwechsel die Folge sein. Ziemlich verzweifelt schnappte der 65-jährige König nach Luft und schaute immer wieder an der Kamera vorbei, als ihn der Journalist Tomas Bengtsson von der schwedischen Nachrichtenagentur TT ins Verhör nahm. Carl Gustaf brachte sogar die Bedienungen auf dem Münchner Oktoberfest ins Spiel, um sich zu verteidigen. Bengtsson fragte: "Besuchte der König Clubs, in denen nackte oder sehr leicht bekleidete Frauen waren?" - so zitiert die Bild-Zeitung aus dem Interview. Der König wich aus: "Nein, das kann ich nicht sagen. Das ist auch eine Definitionsfrage. Es gibt ja Restaurants, wo einige Bedienungen sozusagen mehr oder weniger anhaben. Die sind ja nicht nackt.“ Solche leichtbekleideten Frauen, zu ihnen gehören nach Ansicht von Carl Gustav auch "diese deutschen Bier-Damen" auf dem Oktoberfest - das sagte er auf Nachfrage. Schließlich stemmen die Wiesn-Bedienung die Masskrüge traditionellerweise in Strapsen und Minirock...

Das sind die wichtigsten Adelshäuser

Das sind die wichtigsten Adelshäuser

Sprechen Sie Schwedisch?

Hier können Sie sich das Interview mit Carl Gustaf ansehen.

Trotz aller verdrucksten Dementis: Das Ende der Affäre war das aber noch lange nicht: Schon bald will ein Ex-Nachtclubbetreiber “verfängliche“ Fotos mit dem Regenten vorlegen. Auf die Frage des Reporter von der Nachrichtenagentur TT, ob es solche Sex-Bilder mit dem König geben könne, antwortete der Ehemann von Königin Silvia - während er ziemlich verzweifelt nach Luft schnappte und verlegen an Kamera und Frager vorbeizuschauen versuchte: “Nein, die kann es nicht geben.“

Dass das den 65-Jährigen aus der Schusslinie bringt und ihn von dem Vorwurf befreit, er habe sich als Staatsoberhaupt erpressbar gemacht, bezweifelten am Dienstag fast alle Beobachter in Stockholm. Postwendend auch kündigte der vorbestrafte Ex-Nachtclubbetreiber Mille Marcovic die baldige Veröffentlichung von Fotos mit dem König aus seinem früheren “Club Power“ in Stockholm an.

Sollten die tatsächlich kommen und in der Öffentlichkeit als “echt“ akzeptiert werden, müssten sich die Schweden vielleicht auf einen Thronwechsel zugunsten von Kronprinzessin Victoria (33) einrichten.

Schwedens Prinzessin Victoria: Bilder vom Besuch in München

Prinzessin Victoria: Bilder vom München-Besuch

Nach seinem langem, beharrlichen Schweigen zu den seit letzten Herbst kursierenden Angaben über “Herrenabende“ mit betuchten Freunden und bezahlten jungen Frauen hat sich Carl Gustaf jetzt ausdrücklich festgelegt. Und mit dem rigorosen Abstreiten, so “Aftonbladet“, “seine letzte Karte ausgespielt“.

Nein, er sei nie in Sex- oder Strip-Clubs gewesen, antwortete er auf die erneut erbarmungslos direkte Reporterfrage. Der König holte wieder sehr tief Luft und suchte mit dem Blick wieder das Weite, ehe er hinzufügte: “Nein, nein, ich glaube eigentlich nicht, nein.“

Das sah für viele mitleiderregend aus, besänftigte aber die Kritiker nicht. Auch wenn es stimme: Viel zu spät sei das Dementi gekommen. Nach Veröffentlichung der Biografie “Der widerwillige Monarch“ im letzten Herbst hatte Carl Gustaf mit einer fast beiläufigen Bemerkung das Gegenteil angedeutet: Silvia und er hätten sich entschieden, “ein neues Kapitel aufzuschlagen“.

So eroben Sie Prinzessin Madeleine von Schweden

Wunderschön: Prinzessin Madeleine von Schweden

Auch dass einer seiner besten Freunde über die letzten 40 Jahre, Anders Lettström, eingestandenermaßen versucht hat, den König durch den Kauf “verfänglicher“ Fotos zu schützen, gilt weiter als Indiz gegen das späte Dementi des Königs. Nach dem zehn Minuten langen TT-Interview saß die 67-jährige Königin Silvia auf dem Heimweg nach Schloss Drottningholm an der Seite ihres Mannes im königsblauen Auto. Das Paar machte keinen frohen Eindruck.

dpa/kkr

Kommentare