Missbrauchs-Vorwürfe gegen "X-Men"-Regisseur

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"X-Men"-Regisseur Bryan Singer.

Los Angeles - Ein früheres Kinder-Model hat den "X-Men"-Regisseur Bryan Singer wegen sexuellen Missbrauchs verklagt.

Ein früheres Kinder-Model hat den "X-Men"-Regisseur Bryan Singer wegen sexuellen Missbrauchs verklagt. Kläger Michael Egan III. wirft Singer vor, er habe ihn Ende der 90er Jahre bei Partys in Kalifornien und auf Hawaii zum Sex gezwungen, als er selbst erst 17 Jahre alt war. Singers Anwalt wies die Vorwürfe am Donnerstag (Ortszeit) als absurd und verleumderisch zurück.

Egan sei ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit gegangen, weil Singers neuester Film der erfolgreichen "X-Men"-Reihe in wenigen Wochen in die Kinos komme und er so ein Maximum an Aufmerksamkeit erreichen könne, sagte Anwalt Marty Singer. "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" läuft in Deutschland am 22. Mai an.

Der Kläger wirft Singer in seiner am Mittwoch in Hawaii eingereichten Klage vor, seine Macht und Stellung in der Unterhaltungsindustrie ausgenutzt zu haben, um den Minderjährigen sexuell zu missbrauchen. Er habe ihn mit Drogen, Alkohol, Drohungen und Versprechungen gefügig gemacht. Bei einer Pressekonferenz in Beverly Hills sagte Egan, er sei bei Hollywood-Partys von Gästen mit Alkohol abgefüllt und mehrfach vergewaltigt worden. "Für diese Leute war ich wie ein Stück Fleisch, sie haben mich herumgereicht", sagte das einstige Model, das auf eine Filmkarriere gehofft hatte.

Der heute 31-Jährige sagte, er habe seinerzeit seiner Mutter von dem Missbrauch erzählt. Diese habe die Polizei alarmiert, der Fall sei aber nicht weiter verfolgt worden. Daraufhin habe er jahrelang ein Alkoholproblem gehabt. Vor elf Monaten habe er schließlich eine Traumatherapie begonnen, bevor er sich einen Anwalt genommen habe.

Egans auf Fälle von sexuellem Missbrauch spezialisierter Anwalt Jeff Herman kündigte weitere Klagen an. "Hollywood hat ein Problem mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern", sagte er.

afp

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