Ältere Menschen sind gefragt

Von Nicole Bracht-Bendt

Stirbt Deutschland aus? Es werden immer weniger Kinder geboren, dafür steigt die Zahl der alten Menschen rasant – Wissenschaftler und Medien zeichnen im Zusammenhang mit der demografischen Veränderung häufig ein Horror-Szenario. Den Wandel nur als Bedrohung unserer Sozialsysteme zu sehen, halte ich für Unsinn. Die veränderten Strukturen bergen auch Chancen – für Gesellschaft und Berufsleben gleichermaßen.
Der FDP-Landesparteitag Niedersachsen hat im Frühjahr einen von mir eingebrachten Antrag unter dem Leitthema „Potenziale nutzen“ verabschiedet. Ich bin optimistisch, dass wir auch auf Bundesebene viel erreichen können. Mein Ziel als seniorenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion ist, dass zunächst einmal starre Altersgrenzen wegfallen. Menschen ab einem bestimmten Alter dürfen nicht einfach aufs
Abstellgleis gestellt werden. Immer mehr über 65-Jährige wollen länger arbeiten, viele wollen sogar unentgeltlich
ihre Erfahrungen und ihr
Wissen einbringen. Das ist
toll, und diese Potenziale müssen wir nutzen. Davon profitieren Alte wie Junge gleichermaßen. Alte Menschen sind stark gefragt. Ob als Senior Berater in einem Unternehmen, als erfahrener Ratgeber in Organisationen oder in einem Ehrenamt, was heute wertvoller denn je ist. Das Land Niedersachsen hat mit der Einführung eines Sozialen Jahres für Senioren einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.
Viele ältere Menschen erfüllen eindrucksvoll den theoretischen Begriff vom Lebenslangen Lernen mit Leben. Senioren an der Universität sind keine Exoten mehr und viele über 70-Jährige haben keine Berührungsängste mit neuen Technologien wie Computer und Internet. Am wichtigsten ist, dass Männer und Frauen sich im Alter nicht zurückziehen, sondern weiter in allen Bereichen der Gesellschaft mitmischen.
Ich bin optimistisch, was die demografischen Veränderungen angeht. Aktive und kritische Senioren sind ein Gewinn.

Nicole Bracht-Bendt aus Buchholz ist die für Uelzen zuständige Bundestagsabgeordnete der FDP.

5 Reaktionen zu “Ältere Menschen sind gefragt”

  1. PT

    Dieser Beitrag ist eine Frechheit der FDP Klientelpolitik.
    Es mag ja sein, das der eine oder andere sich nach einem langen Arbeitsleben nicht mit dem Ruhestand zurechtfinden kann, weil er sich nicht mehr gebraucht fühlt oder sich nie wirklich mit Freizeitaktivitäten neben der Arbeitszeit beschäftigt hat.
    Daraus jedoch zu schließen, das viele Menschen über das 65/67ste Lebensjahr hinaus arbeiten wollen ist grotesk.
    Vielmehr sieht es wohl so aus, das auch wegen der Arbeiterfeindlichen Politik gerade der FDP (aber nicht nur dieser Partei) ältere Menschen in Zukunft wohl im hohen Alter arbeiten “müssen”. Vor allem weil der Verdienst nachweislich drastisch sinkt, die Renten immer unsicherer werden (auch weil sie auf eine private unsichere Vorsorge basieren sollen) und eine offene Front gegen stabile Renten gemacht wird.
    Hier werden auf Kosten der Alten jüngere aufgestachelt und ein massiver Generationenkonflikt provoziert, um damit weitere Kürzungen im Sinne der Klientel durchzusetzen.
    Die zukünftige ältere Generation wird Danke der Minilöhne/Zeitarbeit eine verarmte Generation sein, die bis nahe dem Tode arbeiten “darf” (schönen Dank im Voraus). Schon klar Frau Bracht-Brandt - SIE wird es sicher nicht treffen, dafür haben sie sich schon die richtigen Gesinnungsgenossen ausgesucht, vielleicht werden sie aufgefangen, vielleicht haben sie auch entsprechend eingeheiratet. Von einem Mitglied der FDP darf man ein abgesichertes Leben doch erwarten. Aber wer weiß - wenn nicht, werden sie vielleicht im Alter auch merken, WAS sie genau da vertreten haben und dann entsetzt leugnen es jemals SO gemeint zu haben.
    Sie sind die seniorenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion?
    Mit diesen Voraussagen sind sie bestimmt der Liebling der FDP.
    Aber glauben sie einfach mal das sie komplett falsch liegen und sich die falsche Aufgabe gesucht haben.
    Es mag ihre derart aktiven “Alten” geben- zweifellos. Aber es ist eine Minderheit. Kaum jemand möchte letztendlich bei der Arbeit vor Altersschwäche töt umfallen.
    Ihre Partei würde es sicherlich begrüßen willige und billige Arbeitskräfte stellen zu können.
    Das Ältere gerne weiterhin aktiv sein möchten kann man aber wohl kaum so sehen wie sie das hier tun. Sicherlich sind wir die Generation, die sich mit PC usw besser auskennt als unsere Eltern usw., aber kommen sie zurück auf den Boden der Tatsachen. Gerade SIE sollten wissen oder vielleicht auch nur erahnen, was sie da eigentlich propagieren. Lassen sie es einfach. Sie sind durchschaubar.

  2. R. Rueboel

    “Stirbt Deutschland aus?” bei dieser Frage hätte Frau Bracht-Bendt bleiben sollen, denn das ist keine Frage mehr, wenn das so weitergeht. Anfang der 60er Jahre hatten wir noch 1.325.000 Geburten, alle von rein deutschen El-
    ern. Im letzten Jahr waren es gerade noch 400.000. 38 % von 646.000
    Gesamtgeburten, also 245.000 Geburten waren von Immigrations-Hinter-
    gründigen. Und das den Deutschen verbliebene Drittel wird jedes Jahr weniger, es stehen ja auch immer weniger potentielle Mütter zur Geburt an. Das gute Drittel der Geburten von Einwanderern kennt dieses Problem nicht, laut Sarazin und dem Bürgermeister von Neu-Cöln haben sie die 2- bis 3-fache Kinderzahl (lauter Kopftuch-Mädchen) und man kann sich leicht ausrechnen, daß nach einer Generation wir Deutschen in den jüngsten Jahrgängen in der Minderheit sind, wie schon jetzt in unseren Industriestädt-
    en.

    Was kommt da auf uns zu!? Frau Bracht-Bendt vermeidet flissentlich diesen
    größtmöglichen Gau, der eine Nation überkommen kann, sind es doch im wesentlichen Folgen der “Befreiung” und der folgenden demokratischen “Er-
    rungenschaften”, die unser Volk, d.h. die Gesellschaft völlig verändert haben.
    Sie erkennt nicht einmal eine Bedrohung unserer Sozialsysteme, ja, sie sieht sogar große Chancen in der “demografischen Veränderung” und damit kommt sie zu ihrem Thema, alte Leute über 67 einzuspannen. Sie hat doch ein Hand-
    werk gelernt, sie muß doch wissen, wo man diese, so sie wollen, noch einset-
    zen kann.

    Man sieht, was für Politiker wir haben, kein Wunder, wenn es mit unserem Volk nur abwärts gehen kann.

  3. Jan

    @PT

    als mässig verdienender Arbeiter empfinde ich ihre Lobpreisung der umlagefinanzierten Zwangsrente als ausgesprochen zynisch und übrigens Ihrerseits eindeutig klientelpolitisch verseucht. Für Leute, die heute eine Rente kassieren, mag das alles ganz toll sein. Mich kostet dieses System ohne jede Chance, daraus auszusteigen, jeden Monat etwa die Hälfte von dem, was ich voraussichtlich in den paar Jahren, die ich Rente erhalten werde, zurückbekommen werde. Obendrauf kommen noch die Steuern, mit denen das System selbstverständlich auch noch gestützt werden muss, weil es ja so grandios funktioniert.

    Ihr Kommentar ist wie ein Schlag in die Magengrube für Leute wie mich. Ich rate ihnen dringend, mal etwas Realität schnuppern zu gehen. Ich kenne kaum jemanden über 60 und nur wenige über 70, die Bock haben, einzurosten und gar nichts mehr mit ihrem Leben anzufangen. Gleichzeitig nimmt die enorme Belastung des Systems mir jede Möglichkeit, eine wirklich brauchbare Rente aufzubauen.

    @R. Rueboel
    als aufrechter Deutscher sollten sie doch wenigstens die Stadtteile Berlins korrekt schreiben können. Wenn das Ihr Führer wüsste!

  4. R. Rueboel

    @Jan, für einen nur mäßig verdienenden Arbeiter respektabel,
    wenn auch Satzbau und Groß-Kleinschreibung den schlechten Korrektur-
    leser bzw. leserin verraten. Sie scheinen das Glashaus nicht zu kennen, in dem Sie sitzen.
    Neukölln hat es nicht verdient, richtig geschrieben zu werden, das ist nicht mehr Berlin, schon garnicht Deutschland. Wenn unsere Politiker, ausge-
    nommen die rechten, so weitermachen, wird bald unser ganzes Vaterland so aussehen.

  5. Jan

    Auf irgendwelche Problem-Endlösungen eines möglichen Vierten Reiches kann und will ich ehrlichgesagt verzichten.

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