Sein Gebell . . .
. . . ist herzerweichend, aber nur, weil es so kläglich winselnd, fast quietschend daherkommt. Keine Frage: Der Hund aus Uhlenköpers Nachbarhaus hat keine sehr beeindruckende Stimme. Das Kurzzeitgedächtnis der Promenadenmischung scheint ebenfalls nicht sehr ausgeprägt sein. Denn jedesmal, wenn der Uhlenköper seinen Balkon betritt und besagter Hund im Nachbargarten ihn erblickt, fängt dieser wie wild an zu bellen, pardon: zu quietschen. Der Uhlenköper deutet diese Lautäußerung aber nicht als freudige Begrüßung, sondern als Ausruf des Erstaunens – nach dem Motto: „Oh, da ist ja jemand auf dem Balkon.“ Ein Lern- oder Wiedererkennungseffekt ist bei dem Vierbeiner indes nicht zu bemerken. Denn geht der Uhlenköper mal in sein Wohnzimmer, um kurz danach wieder auf dem Balkon zu erscheinen, ertönt von nebenan das selbe Quietschen. „Oh, da ist ja jemand…“ – na ja, Sie wissen schon. Und das sogar beim vierten oder fünften Mal. Da stellt sich die Frage, ob der Hund bedauerlicherweise unter Demenz leidet oder einfach nur strohblöd ist. Eine – nicht sehr schmeichelhafte Vermutung – hat er jedenfalls schon, der Uhlenköper.
