Eine besondere Woche
Von Jörg Hillmer
Die vergangene Woche war politisch aufregend wie lange keine bevor. Am Mittwoch fand die spannende Bundespräsidentenwahl über drei Wahlgänge statt. Auch ohne Abstimmungsmandat war ich nach Berlin mitgereist, weil ich es wahrscheinlich nicht noch einmal erleben werde, dass ein Niedersachse und zudem ein langjähriger Freund zum Staatsoberhaupt gewählt wird. Weil ich Christian Wulff kenne, bin ich sicher, dass wir einen sehr guten Bundespräsidenten haben. Ich wünsche ihm alles Gute im wahrscheinlich schwierigsten Amt im Staat – schwierig, weil dem Bundespräsidenten keine Macht außer der des eigenen Wortes zur Verfügung steht.
Ich bin froh, dass am Ende doch eine absolute Mehrheit für Wulff votierte und die Anerkennung und Achtung für seine Persönlichkeit zum Ausdruck kam. Das peinliche Werben von SPD und Grünen um die Stimmen der Linken zwischen den Wahlgängen hätte auch im Erfolgsfall keine Mehrheit bringen können.
Nur wenige Stunden später haben wir am Donnerstagmorgen im niedersächsischen Landtag David McAllister zum neuen Ministerpräsidenten gewählt und sein Kabinett vereidigt. Christian Wulff hatte schon früh – und das ist durchaus nicht überall zu beobachten – einen guten Nachfolger für sich aufgebaut, der jetzt nahtlos die erfolgreiche Regierung in Niedersachsen weiterführen kann.
Für mich ändert sich im Rahmen der Umbildung der Fraktionsspitze auch einiges: Ich bin als Sprecher für Wissenschaft und Kultur in den Fraktionsvorstand gewählt worden. Das ist natürlich mit zusätzlicher Arbeit und zusätzlichen Terminen in ganz Niedersachsen verbunden, bietet aber auch die Chance, unsere Uelzener Interessen im Vorstand noch intensiver zu vertreten.
Insbesondere den für unsere regionale Entwicklung so wichtigen Hochschulstandort Suderburg kann ich jetzt als verantwortlicher Sprecher noch besser begleiten. Meine Tätigkeit im Wirtschaftsausschuss des Landtages werde ich parallel weiterführen.
Jörg Hillmer aus Suderburg ist direkt gewählter CDU-Landtagsabgeordneter im Landkreis Uelzen.

Am 6. Juli 2010 um 23:14 Uhr
Peinlich finde ich weniger das „Werben von SPD und Grünen um die Stimmen der Linken“ als die Tatsache, daß Kanzlerin Merkel elegant einen Konkurrenten und möglichen Nachfolger entsorgt hat. Das Amt des Bundespräsidenten als Schachbrett für Parteiintrigen.