Architekt stellt die Entwicklungen im Bismarckschen Familiensitz vor

Auf Zeitreise im Rittergut

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Zu einer fotografischen Zeitreise kamen jüngst im Briester Gutshaus zahlreiche Interessierte zusammen. Der ausführende Architekt präsentierte, was in den vergangenen Jahren geleistet wurde und erklärte, was künftig noch zu leisten sei.

Briest. Vor über zehn Jahren begannen Familie von Bismarck und Architekt Thomas Müller mit der Restaurierung des Rittergutes Briest, dem ältesten Sitz der Adelsfamilie.

Während des Empfangs im Gartensaal vor Kurzem, der sich bis auf die Terrasse erstreckte, konnte bereits das langwierige Projekt begutachtet werden. Maren von Bismarck beschrieb es mit den Worten: „Der Lohn der vielen Bemühungen ist unter anderem der Blick von der Terrasse auf den See sowie den Park. “.

Im geheizten Tafelsaal zeigte Müller anhand von Fotomaterial, was und wie saniert, erneuert, zurückgebaut oder verändert wurde. In sieben Abschnitten wurde die „Haut des Hauses“, wie der Architekt betonte, wieder hergestellt. Ungewöhnlich sei es, dass das Herrenhaus im Fachwerkstil gebaut wurde. Das Ziegelfachwerk wurde, wo es nötig war, erneuert, die alten morschen Balken des Fachwerks entfernt und harmonisch mit den neuen verbunden. Der Dachstuhl wurde saniert, neu geschnitzte Giebelbretter angebracht und das Dach mit neuen Schieferplatten eingedeckt.

Es habe keinerlei Anhaltspunkte oder Dokumentationen gegeben. So wurde es eine Zeitreise anhand von zufällig entstandenen Fotos. Doch bevor die Sanierung beginnen konnte, mussten unzählige Anträge zur finanziellen Unterstützung gestellt werden. „Vieles wäre aus eigener Kraft nicht möglich gewesen“, so Maren von Bismarck, die sich über finanzielle Zuwendungen von verschiedenen Seiten freut.

Das Rittergut im Tangerhütter Ortsteil sei aber noch lange nicht fertig. Die oberen Etagen sollen bewohnbar gemacht werden, dazu wurden unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes Fenster eingebaut. Die Historischen Räume im Erdgeschoß sollen für die Öffentlichkeit hergerichtet werden. Zu Beginn der Sanierung stand auch die Frage im Raum, wie das denkmalgeschützte Haus genutzt werden soll. „Es soll ein Ort der Begegnung werden“, so die Hausherrin.

Im Innenbereich wurden bereits eine Heizung eingebaut und die vielen Zwischenwände entfernt, die einst Sozialwohnungen bildeten. Die Wände wurden mit Lehmputz, der für die Dämmung sorgt, versehen, die Holzrahmenfenster historisch erhalten. Das Gartenzimmer erhielt ein Intarsien-Parkett. Die Holztüren wurden durch mehrmalige Anstriche den Originalen nachempfunden. Der Zugang zum Park freute die Familie.

Von Ute Krug

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