26 Mitarbeiter für Flussbereich 7 an der Elbe im Einsatz

Schifffahrt bei Tangermünde: Wenig Wasser unterm Kiel

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Die „Stadtbusch“ ist eines der Schiffe, das für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes zwischen Niegripp im Süden und Havelberg im Norden auf der Elbe unterwegs ist, um einen sicheren Weg für andere zu peilen.

Tangermünde. Das größte Problem der Schifffahrt im Abschnitt bei Tangermünde liegt im niedrigen Pegelstand. Die Aufgaben, die ein Fluss wie die Elbe mit sich bringt, sind in den verschiedenen Bereichen so divergent wie die Landschaften entlang des fließenden Gewässers.

26 Mitarbeiter sind für den Bereich „7“ im Einsatz, welcher sich vom Kilometer 346,5 bis zum Kilometer 422,8 – von Niegripp im Jerichower Land bis Havelberg im Landkreis Stendal – erstreckt. Hauptsitz der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ist Tangermünde, weitere feste Anlaufstellen für Schiffe wie „Stadtbusch“ oder „Aland“ sind auf der Landkarte bei Arneburg und Werben verzeichnet.

Während die Kollegen von Kati Erlecke, Leiterin am Tangermünder Standort, im Dresdener Bereich der Elbe mit dem „Eingraben“ des Flusses umgehen müssen, haben die Amtsmitarbeiter im Abschnitt von Lauenburg mit dem Versanden zu kämpfen.

Das Gewässer erster Ordnung nimmt im oberen Bereich sehr viele Sedimente mit, gräbt sich ein. Das Material setzt sich dann immer mehr ab. Mit dem „Versanden“ haben die Experten im Bereich „7“ nur wenig Probleme. Sogenannte „Schwachstellen“ – Sedimentablagerungen in der Fahrrinne – werden mit einem speziellen „Hobel“ ähnlich einem landwirtschaftlichen Egge abgetragen.

„Das Arbeitsschiff ,Elbe’ ist seit drei Jahren damit ausgerüstet“, informiert Elecke. Das Gerät gibt praktisch nur einen „Impuls“. Die Wasserkraft übernimmt die restliche Arbeit und trägt die unerwünschten Sedimente ab. Zehn bis 20 Zentimeter können somit gewonnen werden. Bei aktuellen Pegelzahlen von rund 1,90 Metern und einem Tiefgang eines Sportbootes von 1,40 Metern können diese wenigen abgetragenen Zentimeter über große Schäden entscheiden. Doch über das Wetter kann auch das Amt nicht bestimmen und somit auch nicht den Wasserstand bestimmen. Schiffe, die zum Beispiel Container, Windkraftrotoren oder andere, schwere, viel Tiefgang erzeugende Ladung an Bord haben, können teilweise die Elbe in diesem Bereich oft nicht befahren.

Hauptarbeit bleibt: die Tonnen als schwimmende Wegweiser richten; die besagten „Schwachstellen“ beseitigen; Pegel ermitteln; Fahrrinne peilen. Und diese Daten störungsfrei in die Welt funken.

Im Juni wird zudem das Labor komplett eingerichtet sein. In diesem soll neben den Schwebstoffen auch die Radioaktivität des Elbwassers kontrolliert werden.

Von Alexander Postolache

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