Buchsbäumchen ausgegraben, Blumenschalen gestohlen: Petra Weigert ist verärgert über Vandalismus

„Volkssport“ Diebstahl vom Grab

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Ist Diebstahl auf dem Friedhof ein neuer Volkssport? Das fragt sich auch Petra Weigert. Schon zum fünften Mal ist von den Gräbern ihrer Angehörigen etwas verschwunden. Der Grabstein wurde von Vandalen umgestoßen. Dadurch ist die Umrandung zerbrochen.

Tangermünde. Petra Weigert ist verärgert. Schon zum fünften Mal wurde auf dem Tangermünder Friedhof etwas von den Gräbern ihrer Eltern und der Großmutter gestohlen und somit ihre Ruhe gestört. Dieses Mal ist es eine Pflanzschale im Wert von 25 Euro.

Selbst vor dem Ausbuddeln von zwei kleinen eingepflanzten Buchsbäumchen schreckten die Langfinger nicht zurück. Blumensträuße, Deko, kleine Engel, Vasen, Harken – alles, was nicht niet- und nagelfest ist, werde einfach so von fremden Gräbern entwendet.

Petra Weigert hatte sich in der Tangermünder Facebookgruppe über ihren Ärger Luft gemacht. „Ist das ein neuer Volkssport?“, fragte sie verärgert. Einige andere Tangermünder haben sich daraufhin gemeldet, dass ihnen das ebenfalls passiert sei. Eine von ihnen schrieb, dass bei ihr schon 15 Mal etwas entwendet wurde. Einer älteren Dame sei während der Grabpflege sogar das Fahrrad gestohlen worden.

Vor zwei Jahren hatten Vandalen den Grabstein von Petra Weigerts Großmutter Grete umgetreten und ihre Ruhe gestört. Dabei brach die Umrandung des Grabes. Im Grabstein ist die Kerbe, wo er auf die Umrandung fiel, immer noch erkennbar. Das war ein Schaden von 100 Euro, der Weigert dort entstand. Damit ist sie nicht allein.

Auch eine andere Besucherin des Friedhofes berichtet von Vandalismus, dem schon vor etwas längerer Zeit eine ganze Reihe von Grabsteinen zum Opfer fielen. Ihr entstand dadurch ein Schaden von 400 Euro. Ein Schaden, auf dem die Angehörigen der Verstorbenen leider sitzen bleiben, denn die Friedhofsverwaltung übernimmt die Kosten dafür leider nicht.

Enttäuscht ist Weigert hauptsächlich, weil Anzeigen bei der Polizei ohne Ergebnis im Sande verlaufen: „Eine Anzeige gegen Unbekannt bringt überhaupt nichts, die Fälle werden so schnell wieder abgeschlossen, weil die Täter nicht ermittelt werden können.“

Die Friedhofsverwaltung sei mit den Grabdiebstählen vor Ort auch nicht zufrieden, tue aber schon einiges, um potenzielle Vandalen abzuschrecken. „Der Friedhof wird abends um 18 Uhr abgeschlossen, und zwei Mal pro Nacht läuft zu unterschiedlichen Zeiten der Wachschutz über den Friedhof.“, erklärte die zuständige Sachgebietsleiterin Anka Bertkau auf Nachfrage der AZ. Der Friedhof sei ein Ort der Ruhe und dass solle er auch bleiben.

Von Maren Maatz

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