Tangermünder Brandschützer haben harte Einsätze hinter sich / Arbeitgeber zeigen Verständnis

Verschnaufen bei der Feuerwehr

+
Bei dem Brand einer Papierhalle in Tangermünde war falsch entsorgtes, brennbares Material für das Feuer verantwortlich. 300 000 Euro Schaden sind entstanden.

Tangermünde. Voll im Schweiß standen in den vergangenen Tagen die Feuerwehren der Einheitsgemeinde Tangermünde.

Mehrere große Brände gab es zu löschen, ob in Storkau auf dem Feld, bei brennenden Müllhäuschen in der Mozartstraße, beim großen Lagerhallenbrandoder erst kürzlich beim brennenden Eiscaféin der Innenstadt. Beim Lagerhallenbrandsteht derweil fest, dass unsachgemäß entsorgte Materialien, die zur Selbstentzündung neigen, in den brennenden Papierbergen waren. Gute Arbeit, sagt Stadtwehrleiter Michael Classe, hätten die Einsatzkräft im Kampf gegen die Flammen geleistet. Aber das zehrt an den Kräften. Sein Fazit der vergangenen Tage: „Vor allem auf die Hilfe der kleinen Ortswehren kann man nicht verzichten."

Der zum Teil stunden- und nächtelange Kampf gegen die Flammen bleibt auch abseits der körperlichen Belastung nicht ohne Folgen: Nach dem Brand an der Lagerhalle konnten einige Feuerwehrleute nicht zur Arbeit. „Die waren zum Teil die ganze Nacht im Einsatz, da können die Kameraden nicht gleich wieder arbeiten“, sagt Classe. Andere Wehrleute mussten bei den Einsätzen zwischendrin signalisieren: Ich muss mich hinlegen, morgen gehts zur Arbeit. Oder sie waren ab einer bestimmten Zeit unentbehrlich am Arbeitsplatz. Generell aber, sagt Classe, „stoßen wir von Seiten der Arbeitgeber auf großes Verständnis.“ Unterdessen trudeln derzeit aber auch die Briefe der Arbeitgeber ein, in denen sie den Arbeitsauffall ihrer Mitarbeiter geltend machen. Wie üblich würden diese Posten aus dem Feuerwehr-Haushalt der Stadt gezahlt. Classe macht außerdem klar: Wenn die Kräfte der Tangermünder zu Neige gehen, sind die Helfer aus den umliegenden Ortschaften die Rettung. Nur ein Beispiel: „Die Langensalzwedeler haben nun einen neuen Einsatzwagen und konnten gleich zeigen, dass das eine wertvolle Hilfe ist“, lobt der Stadtwehrleiter.

Derzeit würde sich der Stadtwehrleiter ein wenig Ruhe für seine Männer und Frauen wünschen. „Es schlaucht schon.“ Die Ehrenamtler müssten sich nicht nur körperlich regenerieren, sondern auch die Ausrüstung pflegen: Lager auffüllen, Klamotten dekontaminieren lassen, Fahrzeuge warten.

Von Kai Hasse

Kommentare