Leitstelle: „Wir helfen, wo wir können“

Tierischer Notruf: Hilfe für schwer verletzten Hund

+
Jens Peter Trotno macht seinen Job in der Leitstelle seit mehr als 25 Jahren. Das Team erreichen mitunter auch tierische Notrufe wie neulich von einem Tourist aus Brandenburg.

ra/mei Tangermünde /Stendal. Jens Peter Trotno macht seinen Job aus dem Effeff. Seit der ersten Stunde der Stendaler Leitstelle nimmt der 58-Jährige an der Wendstraße Notrufe entgegen – manchmal auch „Notrufe der anderen Art“.

Wie neulich, als ein Mann aus Brandenburg die 112 wählte. Eigentlich brauchte er einen Tierarzt, konnte aber so schnell im Internet nicht fündig werden. So wählte er in seiner Verzweiflung die Nummer der Integrierten Leitstelle Altmark und landete bei Jens Peter Trotno, der dem Brandenburger die Nummer eines Tangermünder Tierarztes vermittelte. „Wir helfen, wo wir können“, sagt der Mann von der Leitstelle.

Der Brandenburger war mit seinem Hund Paco, einem Riesenschnauzer-Labrador-Mix, unterwegs. Ein anderer Hund hatte den Mischling attackiert und in die Pfote gebissen.

Trotno hat selbst Tiere und weiß, welche Tierärzte es in der Umgebung gibt. Und weil die Region weder einen Tiernotdienst noch eine Tiernot-rettung hat, vermittelte Trotno die Nummer eines Tangermünder Tierarztes. Dorthin begab sich der Tourist mit seinem schwer verletzten Hund. Der Veterinärmediziner versorgte die Bisswunden. Paco ist inzwischen fast wieder genesen. Bleibende Schäden hat das Tier nicht davon getragen.

In einer E-Mail bedankte sich der Brandenburger später bei der Leitstelle, die „vorbildliche Arbeit“ geleistet habe. Trotno und seine Kollegen freuen sich über das Lob.

Tierische Notrufe erreichen die Leitstelle häufiger. Das Team erinnert sich zum Beispiel an einen Schwan, der einen Meißel im Rücken hatte, an einen Kranich mit gebrochenen Flügeln, an eingeklemmte Katzen und eine frei laufende Python.

Seit 1990 hat die Leitstelle ihren Sitz an der Wendstraße in Stendal. Inzwischen ist sie für die ganze Altmark zuständig. Von Januar bis August 2016 sind für beide Landkreise ca. 30 000 Einsätze dokumentiert. Die Mitarbeiter sind im Schichtsystem 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr im Dienst.

Kommentare