Ermittlungen in Sachen Holzpellet-Werk sind abgeschlossen

Subventionsbetrug in Tangermünde

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Das Holzpellet-Werk in Tangermünde ging nie in Betrieb. Die polizeilichen Ermittlungen wegen Subventionsbetrugs sind abgeschlossen.

Magdeburg / Altmark. Wirtschaftskriminalität ist nicht nur eine Bedrohung für die reichen Regionen. „Auch in Sachsen-Anhalt gibt es etwas zu holen“, warnte Jürgen Schmökel, Direktor des Landeskriminalamtes, beim Vorstellen der Bilanz 2014.

Den im vergangenen Jahr im Land verursachten Schaden beziffert er auf 88,2 Millionen Euro, 1374 Wirtschaftsstraftaten wurden registriert. Das ist zwar ein Rückgang gegenüber 2013. Grund zur Entwarnung gebe es aber nicht.

Insolvenzverschleppung oder Subventionsbetrug gibt es auch in der Altmark. Der Fall des Holzpellet-Werkes in Tangermünde, das mit Millionenförderung gebaut wurde, aber nie in Betrieb ging, gehöre dazu. Die Ermittlungen dazu seien abgeschlossen. Jetzt sind Staatsanwaltschaft und Gerichte am Zuge.

Indes lassen sich die oft international handelnden Verbrecher immer wieder neue Maschen einfallen. Aktuelles Beispiel ist der so genannte CEO-(Geschäftsführer-)betrug. Dabei gaukeln die Ganoven einem verantwortlichen Mitarbeiter in der unteren Ebene einer Firma vor, der Geschäftsführer zu sein und ein streng geheimes Geschäft abschließen zu wollen. So veranlassen sie den Buchhalter oder die Sekretärin, Überweisungen auf ein externes Konto vorzunehmen. Der Kontakt erfolgt ausschließlich per E-Mail. Jegliche Nachfrage ist streng verboten. Der Clou funktioniert in größeren, hierarchisch geführten Unternehmen, wo nicht jeder jeden kennt.

„In der Altmark, wo es kaum große Firmen gibt, kommt so etwas eher selten vor“, weiß Schmökel. Dort macht derzeit wieder eine Masche von sich reden, die nach dem gleichen Prinzip der Täuschung und Beeinflussung von Menschen funktioniert. Auch hinter dem Enkeltrick stecken oft überregional agierende Banden. Opfer sind ältere Menschen, denen ein Täter per Telefon weiß macht, deren Enkelkind zu sein, das sich gerade in einer finanziellen Notlage befindet. Ein weiterer Täter wird als Bote geschickt, um Geld abzuholen. Die gutmütigen Senioren wittern keine Arglist und helfen gern. Auf diese Weise wurde schon so mancher Rentner um seine Ersparnisse gebracht.

Von Christian Wohlt

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