Ertrunkene Rinder und Pferde: BI sammelt schon 800 Unterschriften / Demo in Tangermünde

Strafanzeigen gegen Nabu-Chef

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Bilder von den beim Juni-Hochwasser 2013 verendeten Tieren sollen nach Angaben der BI noch Ende August gemacht worden sein. Das würde bedeuten, dass die Kadaver noch Wochen nach der Flut im Bucher Brack lagen.

Tangermünde. Etwa 800 Menschen haben nach Angaben von Anne Grellmann bereits dafür unterschrieben, dass Dr. Peter Neuhäuser, Vorsitzender des Nabu-Kreisverbandes Stendal, von all seinen Ämtern und Funktionen abgesetzt wird.

In zehn Tagen läuft die Online-Petition aus, deren Hintergrund die beim Elbehochwasser 2013 ertrunkenen 45 Tiere sind (AZ berichtete).

Eine Bürgerinitiative (BI), der Tierfreunde aus dem Raum Tangermünde, dem Jerichower Land, aus Magdeburg und anderswo angehören, will den Tod der Tiere nicht einfach so hinnehmen. Sie glaubt, dass der Naturschutzbund, unter dessen Obhut die Tiere standen, deren Tod fahrlässig in Kauf genommen hat. Am kommenden Sonntag, 23. Februar, wird dies Thema einer Demonstration auf dem Tangermünder Marktplatz sein (14 Uhr). „Wir fordern Konsequenzen aus dem schrecklichen Tod der 45 Pferde und Rinder im Bucher Brack“, macht Anne Grellmann namens der BI deutlich.

Auf dem Deichvorland der Elbe waren nach Angaben der BI 25 Rinder und 20 Koniks beim Elbehochwasser 2013 ertrunken. Die Herde habe unter Verantwortung des Nabu dort geweidet. Evakuierungsversuche waren gescheitert. Die BI beruft sich auf Behörden, die die vom Nabu im Vorfeld vorgelegten Evakuierungspläne für nicht realisierbar gehalten hätten. Die Herde habe bereits zum Winterhochwasser der Elbe 2011 eng von Wasser umgeben gestanden. Die BI ist überzeugt davon, dass die Herde niemals im Deichvorland und potenziellen Überflutungsgebiet hätte gehalten werden dürfen.

Im Juni 2013 hätten die Tiere, eingeschlossen von Stacheldrahtkoppeln, über Stunden geschrien, bevor sie jämmerlich verendeten. Als Halter und Verantwortlicher hätte Dr. Neuhäuser spätestens nach der bereits kritischen Situation 2011 die Gefahr erkennen und die Tiere in sichere Gebiete umsetzen müssen, so die BI.

Mittlerweile wurden mehrere Strafanzeigen gegen Dr. Neuhäuser gestellt, unter anderem vom Landkreis Jerichower Land, in dessen Bereich der Bucher Brack liegt, von einer Anwohnerin und einem Rechtsanwalt aus Magdeburg.

Von Ulrike Meineke

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