Bürgermeisterkandidatin Schönberg will mit Erfahrung im Fremdenverkehr punkten

Aus Sicht der Touristen

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Will in der Verwaltung Tangermünde Freiräume unter anderem für bürgernahe Projekte schaffen: Die Touristikerin und Bürgermeisterkandidatin Regine Schönberg.

Tangermünde. Sie hat täglich mit denen zu tun, die Tangermünde zu Tangermünde machen: Regine Schönberg ist die Leiterin des Tourismus-Büros in Tangermünde. „Noch“, muss man anfügen, wenn alles nach ihrem Willen läuft.

Denn sie will Bürgermeisterin der Kaiserstadt werden, und dass sie Tag für Tag Besucherströme lenkt, erfasst und mit Touristen redet, gibt ihr einen Blick auf die Dinge, von dem sie glaubt, dass er ihr zupass käme, würde sie Dr. Rudolf Opitz in seinem Amt beerben. „Ich kann die Dinge aus Sicht der Touristen sehen“, sagt sie. Und die seien immerhin ein wichtiges Standbein des Wohlstands der Stadt.

Wofür Schönberg davon abgesehen kämpfen will: für ein einiges Tangermünde. „Ich habe die Vorstellung, dass sich auch die Menschen in den Ortsteilen als Tangermünder sehen“, meint sie, „sie sollen sich von der Verwaltung für voll genommen fühlen.“ Die Kaiserstadt sei auch durch Zuzügler groß geworden, und die Ortsteile sieht sie als solche: Zuzügler in dem relativ neuen Konstrukt der Einheitsgemeinde, die in der Verwaltung der kompletten Kommune nicht verloren gehen dürfen. „Wir reichen nicht mehr nur von Klein-Asien bis zu den Kolonien“, sagt sie mit Vermerk auf das in Tangermünde geflügelte Wort, „sondern von Buch bis Billberge“.

Die Verwaltung selbst, meint Schönberg, müsse sich etwas neu aufstellen. Seit einem Personalentwicklungskonzept, das vor Jahren aus Kostendruck nötig wurde, habe sich die Lage wieder verbessert, es könnten wieder weitere Stellen besetzt werden – oder die Verteilung der Aufgaben könnte auf den Prüfstand. „Die Verwaltung verwaltet nur“, meint sie, sie gestalte ihr zu wenig. Zwar habe sie Hochachtung vor der Arbeit, die geschafft werde, aber sie will durch Um-Organisation oder Personal Freiraum schaffen, damit im Stadthaus darüber hinaus weitere Themen aktiv angefasst werden: „Es muss in der Verwaltung jemanden geben, der sich konzentriert um einzelne Projekte kümmern kann“, meint sie – Dinge wie das Ausmachen von Fördertöpfen, oder das Optimieren der Bürgernähe. Die stehe für sie an erster Stelle. Sie vermisst beispielsweise ein System, bei dem Bürger sich mit ihren Anfragen direkt an die Verwaltung richten können und sehen können, wie und wann ihr Anliegen bearbeitet wird. Genthin und Magdeburg hätten solche Systeme per Internet.

Und eins liegt ihr noch am Herzen: „Ich werde für den Erhalt der Bahnlinie nach Stendal kämpfen“, sagt sie. Bisher habe man die Versicherung, dass es der Linie „Alma“ zumindest in diesem Jahr nicht an den Kragen gehe, in der Verwaltung hingenommen. Schönberg will, dass die Bahnlinie auch nicht nochmal auf der möglichen Abschussliste der Nahverkehrsgesellschaft „Nasa“ lande. „Alma“ sei ein Teil dessen, was Schönberg als Slogan gewählt hat: „Für Tangermünder lebenswert – für Touristen liebenswert“.

Von Kai Hasse

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