Nadine Wagener ist als Händlerin in der Tangermünder Innenstadt zufrieden

Ein Schnack im Tante-Emma-Laden

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Seit einem Jahr hat Nadine Wagener ihren Tante-Emma-Laden in der Kirchstraße Tangermünde geöffnet. Bisher ist sie mit dem Verkauf zufrieden. Viele ältere Anwohner oder Touristen kommen hierher.

Tangermünde. Seit einem Jahr hat Nadine Wagener einen kleinen Laden in der Kirchstraße in Tangermünde. Und es läuft. Kein Wunder: Ihr Geschäft ist der einzige „Tante-Emma-Laden“ in der Tangermünder Innenstadt.

Vorweg: In anderen Geschäften in der Innenstadt kann man einkaufen. Aber die Rundum-Produktpalette gibt es nur bei Wagener. Das merkt das Publikum: „Hierher kommen vor allem die älteren Leute, die auch hier in der Gegend wohnen“, erzählt sie, „und Touristen vom Caravan-Stellplatz oder vom Hafen“. Gerade bei den Touristen ist auch die Mundpropaganda entscheidend. Sie empfehlen sich die nötigen Orte in der Stadt, und tingeln somit ein wie ein-ander die Fährte legende Ameisen am Picknicktisch.

Die Räume gehören bereits seit Kurzem der ursprünglichen Berlinerin. Sie musste überlegen, was damit zu machen ist. „Erst hatten wir an Antiquitäten oder Bekleidung gedacht“, sagt sie. Für beides ist in Tangermünde gesorgt. Für einen Tante-Emma-Laden nicht. Also wurde es ein Geschäft mit breitem Lebensmittel-Angebot. Dazu gehören besondere Produkte wie spezielle Käse oder sogenanntes „Craft“-Bier, also keine Massenprodukte. Sie kosten auch merklich mehr als der entsprechende Griff ins Supermarkt-Regal. Hinzu kommt „auch das Normale“, sagt Wagener. Joghurt, Konserven, Seife, Obst – und Drogerieartikel. Die sind im Ortskern der Kaiserstadt eigentlich gar nicht aufzutreiben, was oft dafür sorgt, dass Bewohner doch zum Hansepark auf der „Grünen Wiese“ fahren müssen. Diese Einkäufer werden dann in der Innenstadt vermisst, monieren die Mitglieder und Vorsitzenden der Händlervereinigung „Hansering“ immer wieder. Drogerieartikel sorgen für Laufkundschaft. Wageners Angebot ist in diesem Bereich zwar auch übersichtlich: Keine Kosmetik, keine Damenhygiene, keine Windeln, kein Wasch- oder Putzmittel – aber sonst ist ein Grundangebot da.

Und die älteren Käufer, die hierher kommen, genießen es, den Laden in der Nähe zu haben, sagt Wagener. „Es gibt das Bedürfnis nach einem Schwätzchen. Das finden die Menschen gut. Sie haben Zeit und wollen das Neueste aus Tangermünde besprechen“, sagt Wagener. Sie plaudert gern mit. „Ältere Menschen vermissen die Zeit vor dem Supermarkt“, meint sie. Und oft haben sie Anregungen, die sie dann versucht, umzusetzen. Wenn es eben nicht an den Regulierungen für Lebensmittelgeschäfte scheitert.

Dabei muss sie dann auch darauf achten, ihren liebevoll eingerichteten kleinen Laden nicht zu einem allzu exklusiven Geschäft zu machen: Ihr Sortiment muss bezahlbar bleiben. Auch deshalb stammt ein Großteil ihrer Waren vom normalen Großhandel.

Ob sich das Geschäft komplett tragen würde, weiß sie nicht. Für Wagener ist der Laden ein Nebengeschäft – hauptberuflich ist sie Steinmetzin. Also ist er bisher nur drei Tage in der Woche geöffnet.

Von Kai Hasse

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