Erste gemeinsame Diskussionsrunde der Bürgermeisterkandidaten / Wallow zieht Kandidatur zurück

Nur noch drei im Rennen

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Thomas Staudt, Alexander Wallow, Jürgen Pyrdok und Regine Schönberg bei der vergangenen Diskussion vor dem Hansering. Mittlerweile ist Wallow aus dem Wettbewerb um Wählerstimmen ausgeschieden.

Tangermünde. Es war das erste Aufeinandertreffen der vier Bürgermeisterkandidaten Tangermündes: Der Hansering hatte Thomas Staudt, Alexander Wallow, Jürgen Pyrdok und Regine Schönberg zu einer Vorstellung eingeladen.

Einen Tag später waren nur noch drei Kandidaten im Rennen: Wallow hat gestern erklärt, dass er seine Kandidatur zurückzieht.

Eine Kernfrage hatte Christian Schulz, selbst Mitglied des Stadtrates, an die Kandidaten gestellt: Wo sehen sie die Kaiserstadt in fünf oder zehn Jahren? Wallow sah einiges an Ausbaufähigkeit und hoffte auf wirtschaftliche Impulse aus dem Bau der Autobahn. Regine Schönberg hoffte neben Industrie, Wirtschaft oder Dienstleistung auch auf ein lebendiges Vereinsleben und Angeboten für Kinder, Jugendliche und Senioren. Gerade die Jugend- und Kinderarbeit sah sie als ebenso wichtigen Punkt, um die Zukunft der Stadt zu sichern. Jürgen Pyrdok will als möglicher Chef der Verwaltung weiter Chancen nutzen, um die Gemeinde voranzubringen und dazu die Mittel der Verwaltung nutzen, um Unternehmungen den Weg zu ebnen. In seiner kurzen Vorstellung erklärte er, Mittel zur Verfügung stellen zu wollen, um ein Einzelhandelskonzept zu erstellen. Thomas Staudt sprach sich hauptsächlich für eine Stärkung der Industrie aus – sofern das der Stadtverwaltung beispielsweise durch das Vorhalten von Gebieten möglich ist. Industrie bedeute Arbeitsplätze, das bedeute Zuzüge, Kinder, Ansiedlung. Und Industrie schaffe Gewerbesteuer – „die einzige Nummer, die wir beeinflussen können“ meinte er mit Blick auf die Möglichkeit der Stadt, die Höhe der Steuer mit zu beeinflussen.

„Allein vom Tourismus können wir nicht leben“, so Staudt.

Ratlosigkeit herrschte bei den Kandidaten im Punkt von Immobilienbrachen: Darin seien einer Stadt die Hände gebunden, ihr bliebe das eindringliche Gespräch mit Besitzern. Ein Ausprobieren empfahlen die Kandidaten bei der Frage nach der Einrichtung der Langen Straße als verkehrsberuhigte Zone. Staudt schlug als Erster vor, sie im Sommer zumindest probehalber zu sperren und räumte den Händlern großes Mitspracherecht ein. Pyrdok schränkte allerdings ein, dass Tangermünde als Stadt zu klein sei, um eine tatsächlich belebte Fußgängerzone zu etablieren. Schönberg würde zu der Frage eine Bürgerbefragung organisieren wollen.

Nach der Diskussion hat sich nun Alexander Wallow von seinem Insinnen, Bürgermeister werden zu wollen, verabschiedet. „Die Menschen wollen einen Politiker – und das bin ich nicht“, sagte er auf AZ-Nachfrage. „Politiker“ sieht er dabei kritisch als unpersönliche, dem Bürger ferne Entscheider. Sich selbst sieht er als „Mensch“ – als Moderator, der emotional auf Menschen zugeht. Und als „Mensch“, sagt er, „würde ich mich verlieren.“ Im Sozialen Netzwerk Facebook erklärte er, er werde seine Kandidatur „zugunsten von Regine Schönberg“ zurücknehmen. Sie trage „das Herz auf der Zunge“, was sie bei dem Abend als ihre Schwäche angab. Wallow sieht das eher als Stärke.

Von Kai Hasse

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