Bruchwerk an der Promenade könnte zu Beschwerden der Anwohner passen

Ein Klumpen stört am Esel: Historische Mauer lädiert

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Von allein haben sich die Steine sicherlich nicht bewegt. Die insgesamt zwei Bronze-Esel standen laut Brückner lange Zeit im Amtsgarten und haben ihren Platz seit 2009/2010 am Hafen.

Tangermünde. Irgendwie erinnert das Bild an eine verrückte Mischung aus „Tischlein, deck dich!“ und „Hans im Glück“. Ein großer Stein liegt vor dem größeren der beiden Esel an der Tangermünder Hafenpromenade, der diesen auch noch zu mustern scheint.

Märchenhaft ist das nicht, gehört der Brocken doch in die mehr als 100 Jahre alte, vielleicht kniehohe Mauer dahinter, und golden ist der Klumpen schon gar nicht. Ob der Stein bereits locker war oder extra herausgebrochen wurde, womöglich erst beim Burgfest vor wenigen Tagen, lasse sich nicht mehr ergründen. Bodo Hensche, der Leiter des Bauhofes, will sich jedenfalls um die Angelegenheit kümmern. Inwieweit das Ganze zu den Beschwerden von Anwohnern über laute Musik, quietschende Reifen und Müllberge passt, darüber lasse sich allerdings nur mutmaßen.

Hinter der Bronzefigur befinden sich weitere Steine, die eigentlich in die Mauer gehören. Auch liegt da und dort Verpackungsmüll. „Wir haben schon Problemstellen in der Stadt, sicherlich. Die Promenade ist so eine, der Skaterplatz, auch eine Fläche nahe der Comeniusschule. Dass wir aber regelrecht von Vandalismus geplagt sind, kann ich nicht bestätigen“, betont der Tangermünder Bauhofchef gegenüber der AZ. Die Vorwürfe richteten sich regelmäßig gegen junge Leute. Damit es zwischen den Generationen funktioniere, sollte mehr miteinander gesprochen werden, findet Hensche. Dass sich Jugendliche auch im Freien gern an bestimmten Punkten treffen und unter sich sein wollen, sei zudem auch keine Eigenschaft der Jugend von heute. Das bedeute natürlich nicht, dass die Stadt Krach und Zerstörungswut einfach so hinnehme.

Bei der lädierten Mauer handele es sich um Fundamentreste, die beim Anlegen der Flaniermeile am Hafen vom Verschönerungsverein bewusst belassen beziehungsweise gesetzt wurden und an die frühere elbnahe Bebauung erinnern sollen, weiß Sigrid Brückner, Leiterin der Museen der Stadt und Archivarin. „Es müsste grundsätzlich besprochen werden, ob die Mauer erhalten bleiben soll. Wenn ja, sollte zumindest ein Schild aufgestellt werden, das dem Betrachter den Sinn der Mauer erklärt.“

Von Marco Hertzfeld

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