Caritas baut ihre Angebote in betroffenem Gebiet aus

Hilfe nach der Flut bricht nicht ab

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Julia Wübbenhorst (l.) übergibt die psychosozialen Angebote an Stefanie Spilles.

xp Schönhausen. 2015 jährt sich ein Ereignis zum zweiten Mal, welches im Jahr 2013 vielen Menschen an der Elbe im Landkreis Stendal nicht nur an die bauliche Substanz ging – die Flutkatastrophe.

Vielfältig sind immer noch die Probleme, die die Arbeit der Wohlfahrtsverbände wie der Caritas bestimmen. Auch das Hochwasser vor eineinhalb Jahren sorgte bei manchen Personen für Probleme. Sie finden Hilfe in der Kunsttherapie. Angebote für Bewohner des Elbe-Havel-Winkels, die vom Hochwasser betroffen waren und immer noch sind, sollen fortgeführt – und auch ausgebaut – werden.

„Viele Bewohner der Region – von sechs bis 80 Jahren – haben bereits das Atelier in Schönhausen kennengelernt“ und somit das Angebot genutzt, mit der Kunsttherapeutin Julia Wübbenhorst zu arbeiten. An drei Tagen in der Woche konnten Betroffene über den Weg der Kreativität und mit Hilfe der Therapeutin die durch das Hochwasser bedingten Ängste und andere, damit zusammenhängende, Probleme bearbeiten. Die Einzel- und Gruppentherapie (mittwochs 14 bis 16 Uhr) sowie das Kinderatelier (jeden zweiten Donnerstag, 14 bis 16 Uhr) waren 2014 gut besucht. Doch der Bedarf an psychosozialer Nachsorge bleibt auch im neuen Jahr. So wird ab März ein zweiter Termin für das Kinderatelier im Schönhausener Bürgerzentrum ermöglicht (jeden zweiten Dienstag, 14 bis16 Uhr).

Außerdem wird der Caritasverband ab März an einem weiteren Standort ein kunsttherapeutisches Angebot, ähnlich wie in Schönhausen, schaffen. In Kamern werden Räumlichkeiten des Vereins „Neugierig e.V.“ für ein offenes Atelier zur Verfügung stehen. „Wir wollen am zweiten Standort Menschen aus Kamern und Umgebung erreichen“, sagte Julia Wübbenhorst gegenüber der AZ. Mit dem Start am späteren Nachmittag wollen die Verantwortlichen insbesondere werktätigen Betroffenen entgegenkommen. Darüber hinaus kommt auch den Kindern aus Kamern und Umgebung der neue Standortes zugute.

Zu den Verantwortlichen des Caritasverbandes Stendal zählen im Zuge der Fortführung der Fluthilfe im Jahr 2015 zwei neue Fachkräfte: die Kunsttherapeutin Stefanie Spilles übernimmt die psychosozialen Angebote des Caritasverbandes und bietet neben dem Standort in Schönhausen die neuen Angebot des zweiten Ateliers in Kamern an.

Bisher hatte Julia Wübbenhorst, welche die Elternzeit antritt, auch die kostenlose Beratung zur finanziellen Hilfe übernommen. „Es gibt auch jetzt noch Betroffene, die Anträge stellen, da sie Schäden erst vor kurzem feststellen mussten“, macht Stefanie Spilles die Situation deutlich. Ab März wird diese Position Judith Liban übernehmen. Noch bis zum 30. Juni können Anträge zum Wiederaufbau gegenüber der Investitionsbank des Landes Sachsen-Anhalt gestellt werden. Anträge, die die Caritas-Förderung betreffen, werden bis zum 30. September bearbeitet. Neben der Wiederaufbauhilfe für Wohngebäude und Hausrat zählen unter anderem die Förderung der präventiven Baumaßnahmen sowie die Gutachterbeihilfe dazu.

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