Bürgermeisterkandidat Alexander Wallow will Tangermünde beleben

Herkommen und verlieben

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Wallow, 50, ist wegen seiner Tangermünder Frau in die Kaiserstadt gezogen – und hat ein Drucker-Geschäft eröffnet. Mit seinen Wirtschafts-Erfahrungen will er punkten.

Tangermünde. „Weil ich Tangermünde einfach toll finde“, darum, so bringt es Alexander Wallow mal emotional auf den Punkt, will er Bürgermeister werden.

Er ist parteiloser Kandidat für Rudolf Opitz’ Nachfolge, und wenn – wie es einige sagen – Tangermünde die „Perle“ der Altmark sei, „dann will ich ein Collier draus machen“.

Der 50-Jährige sieht sich als „Mediator“ politischer Parteien und Themen. „Ich will der sein, den man ansprechen kann“, meint er und sieht sich in der Lage, Kompromisse festzuzurren, „um für alle Parteien auch das Bestmögliche zu erreichen“.

Dass er als öffentlicher Verwalter keine Erfahrung hat, räumt er ein, die meisten seiner Rivalen habe die aber ebenfalls nicht. „Aber alles ist lehrbar“, sagt er. Und mit Blick auf Tangerhütte, wo die Bürgermeisterin Birgit Schäfer abgewählt und der Musicalmanager Andreas Brohm nun Bürgermeister ist, meint er: „Die Tatsache, dass dort ein Quereinsteiger gewählt wurde, hat mir viel Mut gemacht.“ Und die notwendigen Unterstützer-Unterschriften hatte er schnell beisammen. Über sich sagt er: „Ich habe ein anderes Blickfeld. Etwas, das ich den Menschen geben kann.“

„Machen wir uns nichts vor“, sagt Wallow, „Sachsen-Anhalt vergreist. Was im Ort bleibt, das sind die Alten“, für sie müsse es einen Kämpfer in der Rathausspitze geben. Aber dafür allein will er nicht stehen, denn er will auch die Belebung der Innenstadt, diejenigen unterstützen, die noch unternehmerisch etwas im Stadtkern wagen. Eine konkrete Vorstellung von ihm ist die Belebung der Hafenpromenade mit Veranstaltungen. „Das ist ein Bereich, den man bedeutend interessanter machen könnte“, sagt er, um die touristischen Ziele Tangermündes auszubauen. Ein Burgfest würde er gern mittelalterlicher gestalten, und er sorgt sich um größere Veranstaltungsräume in der Kaiserstadt, nachdem die Stadt am Kulturhaus nicht mehr beteiligt ist. Zudem würde er gern einen kleinen „Minimarkt“ in die Innenstadt bekommen.

Dass ein Bürgermeister keinen direkten Einfluss auf die Wirtschaft nehmen kann, ist Wallow klar, Aber: „Man kann forschen und trommeln“, meint Wallow – und er habe die Kontakte und die Erfahrung darin. Denn bevor Wallow Unternehmer in Tangermünde wurde, hat er viele Jahre für ein amerikanisches Unternehmen in Deutschland gearbeitet, ist dort bundesweit zum Ausbilder aufgestiegen. In der Firmenwelt kenne er sich gut aus. Denen, die herkommen, und hier etwas wagen wollen, soll es so gehen wie ihm: „Hierher kommen, sich in die Stadt verlieben, dann etwas für die Leute tun.“

Von Kai Hasse

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