Gelobt wird nur mit hoher Stimme

So trainiert die Tangermünder Rettungshundestaffel

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Stefan Cario zeigt mit seiner vierjährigen Hündin Aila, wie richtig gespielt wird. Der Hund darf im gleichrangigen Spiel auch mal die Beute gewinnen. Spiel und Spaß zwischendurch sorgen bei der anstrengenden Sucharbeit für Abwechslung und Motivation.

Tangermünde. Nicht nur die eigentliche Sucharbeit ist für Rettungshunde wichtig, sondern auch das gemeinsame Spiel mit seinem Hundeführer und den Helfern.

Der Deutsche Rettungshundeverein, Rettungshundestaffel Sachsen-Anhalt Nord aus Tangermünde, hat sich erst im Januar mit neun Mitgliedern gegründet und bildet nicht nur die Hunde, sondern auch Herrchen bzw. Frauchen und die Helfer, die einem Hundeführer bei einer Suche beiseite stehen, aus.

„Während einer Suche achtet der Hundeführer nur auf seinen Hund. Die beiden Helfer, kümmern sich nicht nur um die Motivation und das Wohlergehen des Vierbeiners, sondern auch um die vermisste Person, wenn der Hund diese aufgespürt hat, und versorgen sie in der Ersten Hilfe“, sagt die Vorsitzende des Vereins, Sandra Meister. Wichtig für das Vertrauen sei, dass Helfer und Hundeführer wissen, was der Hund mit seiner Körpersprache ausdrückt. Wie der Mensch haben auch Hunde eine Individualdistanz mit zwei Zonen, einer inneren und einer äußeren.

Um diese Distanzen zu testen, wird mit den Hunden im Lock-Kreis geübt. Während der Hundeführer und der Hund in der Mitte stehen, stehen vier Mitglieder im Kreis um die Beiden herum. Hundetrainer Stefan Cario, stellvertretender Vorsitzender des Tangermünder Vereins, legt die Reihenfolge fest, wer den Hund wann zu sich ruft. Jeder Helfer lockt nun den Hund zu sich und belohnt ihn mit viel Lob. Der Klang der Stimme spielt dabei eine Rolle. „Eine hohe Stimme bedeutet immer Lob, während man mit einer tiefen Stimme tadelt“, verrät Sandra Meister. Am Ende kehrt der Hund zum Hundeführer zurück und die Helfer gehen langsam in die Mitte, schließen so den Kreis und betreten damit auch den inneren Kreis des Tieres.

Bei der Flächensuche, die der Verein hauptsächlich trainiert, folgt der Hund jeder menschlichen Spur und zeigt diese an. Beim Mantrailing verfolgen die Suchhunde nur die Spur einer bestimmten Person. „Hier möchten wir abwarten, ob sich noch Freiwillige mit Blut- oder Schweißhunden finden, dann würden wir auch das Mantrailing trainieren“, sagt die Vereinsvorsitzende. Während einer Suche auf der Fläche kann es durchaus auch passieren, dass der Hund mal die Lust verliert. Hierfür werden die Helfer, die im Verein ohne Hund dabei sind, darauf trainiert, wie sie den Hund mit Hilfe von Spielvarianten wieder motiviert bekommen, weiterzumachen.

Trainiert werden im Verein auch die verschiedenen Triebe des Vierbeiners, wie zum Beispiel Beute-, Jagd-, Fährten- und Bringtrieb. Stefan Cario zeigt, wie ausgelassenes Spiel mit dem Hund funktioniert und demonstriert dies anschaulich mit seiner vierjährigen Hündin Aila. Hier ist die Rangordnung ausgesetzt. „Hund und Hundeführer sind im Spiel gleichwertige Partner“, erklärt Cario den Vereinsmitgliedern. Er gibt noch den Hinweis, auf gleicher Ebene mit dem Hund zu spielen, weil dieser sonst immer hochspringen würde, was nicht erwünscht ist. Dazu gehört auch ein ständiges Geben und Nehmen und den Hund auch mal gewinnen zu lassen. Artet das Spiel aus, weil ein Zerrspiel den Beutetrieb aktiviert, sollte es abgebrochen werden.

Die Ausbildung von Hund und Hundeführer dauert zwei bis drei Jahre. Wer Interesse hat, kann sich bei Sandra Meister unter (0174) 211 34 54 oder Stefan Cario unter (0152) 53 74 22 14 melden.

Von Maren Maatz

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