Im Netz tobt der Kampf um die Ehre der alten Kaiserstadt

„Für die schönste Stadt der Welt!“

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Da muss der Click hin: Bei „hotel.de“ wird abgestimmt.

Tangermünde. Einen beeindruckenden Kraftakt legen die Tangermünder und ihre Freunde im Internet derzeit hin. Die Stadt nimmt seit einigen Wochen teil an einem Online-Voting eines großen Hotel-„Bokking“-Anbieters.

39 Städte nehmen teil an dem Wettbewerb als „Deutschlands liebenswerteste Stadt“. Dabei sind viele bedeutend größere Städte, deren Bewohner eifrig online abstimmen, und Tangermünde, eine der kleinsten Städte im Rennen, hält tapfer mit.

5960 Stimmen hatte die 11 000-Einwohnerstadt Tangermünde gestern Mittag und lag damit auf dem dritten Platz hinter Amberg (7063) und Speyer (6654). Lange hatte die Kaiserstadt sogar an erster Stelle gelegen.

Die Konkurrenz ist stark: Denn die beiden führenden Städte sind vier mal so groß wie das dagegen beschaulich-kleine Tangermünde. Der Kampf um die Stimmen wird – aus der Natur der Online-Abstimmung – hauptsächlich im Internet geführt. Dabei hat zumindest das Rheinland-Pfälzische Speyer eine Waffe mehr: Die Stadt hat einen eigenen Facebook-Auftritt, in dem sie selbst Bürger zum Abstimmen animiert: „Platz 2 im Rennen um die liebenswerteste Stadt der Republik. Und wir holen auf! Danke für Eure große Unterstützung!“ Amberger und Tangermünder organisieren sich eher in kleineren Gruppen des Netzwerkes, unter anderem feuert die Tangermünder Feuerwehr die Abstimmung an. Ansonsten findet sich auf der Internet-Startseite der Kaiserstadt (www.tangermuende.de) eine Schaltfläche, mit der man zu der Abstimmung gelangt.

Gewinnen kann Tangermünde bei dem Wettbewerb eine Präsentation der Stadt auf der großen Seite des weltweit agierenden Hotel-Unternehmens. Das wäre ein Pfund für die von Touristen abhängige Stadt. Aber den Abstimmern im Netz geht es mittlerweile zum Teil eher um die Ehre: „Wo seid ihr Tangermünder? Wollt ihr nicht, dass wir gewinnen?“ heißt es, oder „Schön weiter voten für die schönste Stadt der Welt!“

Ein Detail zum Vergleich: Bei der Tangermünder Bürgermeisterwahl vor sieben Jahren gab es 3394 gültige Stimmen für die drei Kandidaten. Die Tangermünder Internet-Gemeinde hat es auf bald das Doppelte geschafft.

Nun muss ein ordentlicher Endspurt her, um noch oben mitzuspielen: Regine Schönberg, die als Leiterin des Tourismus-Büros die Planung zusammen mit der Stadt organisiert hat, macht nochmals deutlich: „Es geht hier nicht nur um Tangermünde. Wir sind die einzige Stadt bei diesem Wettbewerb aus der ganzen Altmark. Und Touristen aus Stendal oder anderen Städten besuchen uns auch. Es geht also nicht nur Tangermünder an, sondern alle Altmärker“ – die Stadt sei eben auch Teil des Ganzen. Also animiert sie die Bewohner, ihren Wettbewerb weiterzutragen. Wer einmal gewählt hat, braucht weitere Geräte wie Smart-Phones, um nochmal abstimmen zu können, also ist die Stimmenzahl begrenzt. Heißt: Neben Menschen aus der ganzen Altmark müssen jetzt auch Oma und Opa ran, Tante und Onkel auch, und die Kinder müssen auch voten. Sonst gibts Stubenarrest.

Von Kai Hasse

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