Gemeinschaftsgräber bisher keine Option

Ewige Ruhe – ohne Hund, Katze & Co. in Tangermünde

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Auf bislang vier Friedhöfen in Deutschland können Menschen zusammen mit ihren Haustier beerdigt werden. Dabei handelt es sich vor allem um Urnengräber.

Tangermünde. Im Süden des Landes Sachsen-Anhalt wird aktuell darüber nachgedacht, die Friedhofssatzung der Stadt Aschersleben anzupassen. Der Hintergrund: Menschen, die eine starke emotionale Bindung zu ihrem Haustier haben, möchten diese auch nach dem Tod möglichst nah wissen.

Stirbt zum Beispiel der Hund, könnte dessen Urne bereits auf dem Friedhof beerdigt werden. Ehe dann der oder die Besitzer „folgen“. Ein Thema, das die Gemüter spaltet.

Wäre das auch auf den Ruhestätten der Stadt Tangermünde möglich? Die Bestattungskultur auf dem Grund und Boden der Hansestadt wurde wie berichtet im Juni geändert, beziehungsweise in ihrem Angebot erweitert. Dabei handelt es sich um nicht anonyme Gemeinschaftsanlagen für Urnen und Erdbestattungen, bei denen der Pflegeaufwand für die Angehörigen entfällt.

Ein Gemeinschaftsgrab für Mensch und Tier kann sich Birgit Herzberg, Leiterin des Tangermünder Ordnungsamtes, in dem Zuständigkeitsbereich nicht vorstellen.

Im Gebiet der Einheitsgemeinde gibt es aktuell nicht die Möglichkeit, geliebte Lebewesen auf einem Tierfriedhof zu beerdigen. Der Bedarf habe sich gegenüber der Verwaltung nie gezeigt. „Und auch der Wunsch nach einer Bestattung von Mensch und Tier auf einem gemeinsamen Areal hat bisher noch niemand geäußert“, sagte Herzberg auf AZ-Nachfrage. „Ich kann verstehen, dass es für viele schwer ist, ein geliebtes Haustier zu verlieren“, ergänzte sie und zeigte Verständnis dafür, dem tierischen Freund die letzte Ehre erweisen zu wollen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin der Kaiserstadt hat aber auch Bedenken. „Was passiert mit dem Tier, wenn der Besitzer alleinstehend war und verstorben ist?“ Bedenke man die Richtlinien des Tierschutzes, „kann zum Beispiel der Hund des Verstorbenen nicht einfach getötet“ werden. Die Pläne für den Mensch-Tier-Friedhof in Aschersleben sehen vor, dass, sollte der Besitzer zuerst versterben, eine Stelle für das Tier frei bleibt. Dabei sollen keine Särge zum Einsatz kommen. Hund, Katze und Co. sollen eingeäschert, als Urne beigesetzt werden. Der Platzbedarf dürfte sich der Größe der Urne fürs Haustier anpassen. Trotzdem: Für die Stadt Tangermünde scheint diese Art der Bestattung – vier Friedhöfe gibt es bundesweit – vorerst keine Option zu sein.

Von Alexander Postolache

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