Wassersportvereine liegen fast auf dem Trockenen / Bootstouristen bleiben aus

Ebbe im Tangermünder Hafen

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Der Gäste-Steg liegt schon an einer Seite auf. Immer mehr Schlamminseln kommen durch den niedrigen Wasserstand im Tangermünder Hafenbecken zum Vorschein. Bootsgäste und damit auch Touristen für die Kaiserstadt bleiben aus.

Tangermünde. Noch immer fallen die Wasserstände – auch die der Elbe. Allmählich wird es bedrohlich, denn auch der Tanger bringt kaum noch Wasser in den Tangermünder Hafen.

Dort sinkt der Wasserspiegel inzwischen dramatisch, was vor allem dem Tangermünder Wassersportverein (TWV) große Sorgen macht.

Nicht nur, dass die Hobbykapitäne selbst kaum noch aus dem Hafen kommen, es treffen auch keine Bootsgäste mehr ein, womit dem Verein, der seine Kosten selbst erwirtschaften muss, die Einnahmen fehlen. Dass ohne Bootsgäste auch weniger Besucher in die Stadt kommen, die dort einkaufen und die Lokale aufsuchen, ist ein weiterer bedrückender Umstand (AZ berichtete). Wegen des Niedrigwassers ist jetzt auch der jährliche „Hafensprint“, ein Ruderwettbewerb des Tangermünder Ruderclubs mit vielen Gastvereinen, in Gefahr.

Allerdings zeichnet sich eine Entspannung der Situation ab: Wassermassen werden zwar nicht erwartet, aber Bürgermeister Jürgen Pyrdok löst sein Versprechen ein, das Problem anzugehen. Eine Stendaler Spezialfirma wird ermitteln, wie viel Schlamm im hinteren Hafenbecken, das der Stadt gehört, eigentlich liegt, ob der Schlamm kontaminiert ist und wie er entsorgt und wohin gebracht werden kann.

Wie der Schlamm am schnellsten aus dem Becken zu bekommen ist, steht noch nicht fest. „Ist das alles geklärt, wissen wir auch, was uns das kostet“, sagt Pyrdok. Mit einem Kostenvoranschlag könnten dann auch Geldquellen erschlossen werden, „aber wohl nicht mehr dieses Jahr“, ergänzte er. Entscheidend sei, dass das Problem angegangen wird. Der Tanger bringe zwar auch nach dem Entfernen des Schlamms Sedimente in den Hafen, aber wann das letzte Mal ausgebaggert wurde, daran kann sich weder jemand im Verein noch bei der Stadtkonkret erinnern.

Von Günter Krach

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