Zwei Projekte sollen Ängste verwerfen und Demokratie fördern

Willkommen in Lüderitz

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Nach den Oktoberferien sollen die Kinder mit Migrations- und Fluchterfahrung in der Grundschule in Lüderitz beschult werden. Auch die Einrichtung in Grieben ist im Gespräch.

Lüderitz. Von „Unsicherheiten“ bei Eltern und auch bei Lehrern ist die Rede, wenn es um den Unterricht von Flüchtlingskindern an der Grundschule geht.

Dass Kinder, die „Migrations- und Fluchterfahrungen“ in ihrem noch jungen Leben machen mussten, in Lüderitz beschult und betreut werden sollen, ist gewünscht. Doch weder altmärkische Kinder, Eltern und Pädagogen noch die Kriegsflüchtlinge, die nach den Oktoberferien an der Grundschule lernen, sollen mit möglichen Problemen in Kommunikation, kulturellen Unterschieden und ihren Ängsten allein gelassen werden (AZ berichtete). Es soll aber auch den Eltern der maximal 20 Kinder, die ab kommendem Monat die Kinderschar verstärken werden, gezeigt werden, wo der Nachwuchs lernen wird. Die Unterbringung bleibt vorerst in der Kreisstadt Stendal. Trotz des Angebots von Ortsbürgermeisterin Edith Braun, kommunalen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Konkret sollen zwei verschiedene Projekte eine Hilfestellung bieten. Auf der einen Seite steht das Mikroprojekt „Jugend stärken in Tangerhütte und Tangermünde“. Die zweite Seite startete mit Monatsbeginn unter dem Titel „Lüderitz bleibt menschlich“.

Letztere hat sich als Ziel gesetzt, dass sich Jugendliche in Lüderitz und Umgebung langfristig für eine „Willkommenskultur“ und gegen rechtsextremes und rechtspopulistisches Gedankengut engagieren. Und wird vom ortsansässigen Verein „Wir bleiben hier“ mit Ansprechpartnerin Edith Braun mit Unterstützung des Vereins „Kinderstärken“ und in Zusammenarbeit mit der Hochschule Magdeburg-Stendal umgesetzt. Der Verein „Kinderstärken“ ist ebenso im Projektboot, wenn es um die starke Jugend im Tangerland geht.

Das Projekt zielt im Rahmen aufsuchender Jugendsozialarbeit auf eine Begegnung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund und Jugendlichen im ländlichen Raum. In den ersten vier Monaten wird es schwerpunktmäßig in Lüderitz stattfinden, da in die hier ansässige Grundschule ab Oktober Flüchtlingskinder aufgenommen werden, was von der Bevölkerung nicht nur positiv aufgenommen wird. Das Projekt richtet sich an zugewanderte wie auch an einheimische Jugendliche und bringt sie miteinander über das Thema Migration ins Gespräch. Das Verständigungsmedium der persönlichen Begegnung soll somit zum Miteinander beitragen.

Und ein Fest im Oktober soll eine weitere Plattform in Lüderitz für Einheimische und Zuzügler bieten.

Von Alexander Postolache

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