Vaethen-Kids auf Video gebannt

Wohnheimband des Landesbildungszentrums dreht für den Song „Karussell“

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Die Band mit Filmer und Pädagoge auf dem Rummel in Stendal. Die Mitarbeiter des Karussells machten geduldig mit.

Tangerhütte/Stendal. Das Leben ist wie ein Karussell. Es geht schnell, oft zu schnell, und das heißt auch, dass etwas an einem vorbeirauscht, ohne dass man es recht bemerkt, oder in den Fokus bekommt. Ob man das will oder nicht. Und es kann auch schnell vorbei sein.

Das ist, grob zusammengefasst, der Text des Liedes „Karussell“, das die „Vaethen-Kids“ aus Tangerhütte singen. Ein Stück aus eigener Feder. Nun haben sie ein Video für das Lied gedreht – das erste Mal für die Wohnheimband des Tangerhütter Landesbildungszentrums für Schüler mit Lernschwierigkeiten.

Der bereits dritte selbstgeschriebene Song der „Vaethen-Kids“ aus Tangerhütte sollte ein Video bekommen. Dafür stiegen die Jugendlichen auf die Gondeln – im Blick von Mirko Weichert (r.).

Als Mirko Weichert, pädagogischer Mitarbeiter im Schülerwohnheim, mit seinen Schützlingen aus dem Schülerwohnheim erscheint, wird es aufregend auf dem sonst recht spärlich besuchten Frühlingsrummel auf dem Schützenplatz in Stendal. Hier will man drehen, denn das Thema des Liedes ist das Karussell. Die Jungs sind aufgeregt: Das erste Mal ein Musikvideo, dann sind sie auf Film, und noch in der Zeitung, und eigentlich sollte der Artikel auf der Seite Eins landen, bitte. Die Jungs schnattern durcheinander. Die Sänger David Schöpke und Marc Kaufmann rücken dicht an ihren Gesprächspartner heran und berühren ihn. Sie sind nahezu blind oder blind. Und Rampensäue. Ein Schüler will nicht aufs Karussell, er traut sich nicht, es könnte zu schnell sein. Aber er überwindet sich. Zwei andere Jungs rennen mal eben zwischendrin einen Wettlauf über den Rummel. Eine Gruppe fröhlicher, wilder Kerle.

Die Band mit Filmer und Pädagoge auf dem Rummel in Stendal. Die Mitarbeiter des Karussells machten geduldig mit.

Mirko Weichert verfrachtet die Gruppe in die Gondeln des kleinen Karussells. Allzu schnell darf es nicht fahren, der Filmer Holger Hoffmann aus Tangerhütte muss anständige Bilder für das Video zusammenbekommen. „David!“, Marc!“, „Ich fahr noch ne Runde!“ „Ich auch!“. Die beiden sitzen in kleinen Raumschiffen und rufen sich ungeniert über den Lärm hinweg zu. Dann wird ihr eigenes Lied aufgelegt: „Karussell“. Es geht los, fast alle singen den Text mit. „Die Zeit, die steht niemals still, auch wenn ich es so gerne will...“ Noch als das Karussell wieder steht, singt Marc auch die letzten Takte weiter, allein bis zum Ende. Filmer Hoffmann hält drauf. Das ist ein guter Schluss.

Komponiert haben die jungen Musiker den Song selbst, ebenso wie schon zwei andere. Gefördert wird der Videodreh von der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Lied im Projekt „Pop to go“ aufgenommen. Im Tonstudio von Hoffmann mussten sich die Jungs dabei zusammenreißen, und für eine Weile war in seinem Tonstudio dann deutlich mehr los als sonst. Aber insgesamt – Hoffmann resümiert: „sehr professionell“. Das Video soll nun zu Werbezwecken genutzt werden.

Von Kai Hasse

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