700 Hektar großes ehemaliges Militärgelände bei Tangerhütte zum Nationalen Naturerbe erklärt

Soldaten weichen dem Wiedehopf

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Wo früher Soldaten ein und aus gingen, wird bald die Umwelt frei sprießen.

dpa/kah Tangerhütte/Altmark. Gute Nachrichten für Raufußkauz, Ziegenmelker, Schwarzkehlchen und den Wiesenpieper: Die seltenen Vogelarten sowie viele andere Tiere und Pflanzen bekommen mehr Freiraum.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab jetzt grünes Licht, dass 62 neue Flächen im Besitz des Bundes mit 31 000 Hektar zum Nationalen Naturerbe erklärt werden. Darunter sind viele frühere Truppenübungsplätze, die nach der Bundeswehrreform nicht mehr gebraucht werden. Einer davon liegt bei Tangerhütte vor der Haustür.

Knapp 700 Hektar des ehemaligen Truppenübungsplatzes nördlich von Scheeren sollen zum Wildnisgebiet werden. Naturnahe und totholzreiche Wälder kennzeichnen das Gebiet, hinzu kommen Kleingewässer, Sandmagerrasen und Calluna-Zwergstrauchheiden. Es gibt viele seltene Vögel wie Wachtelkönig, Wiedehopf oder den Baumfalken

„Für viele Pflanzen und Tiere sind ausgerechnet diese Flächen zu Refugien geworden, in denen sich die Natur entwickeln konnte“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Dienstag in Berlin.

Der Bund habe sich bewusst gegen den Verkauf dieser Flächen an Investoren entschieden: „Wir geben sie stattdessen der Natur zurück.“ Naturschützer freuen sich, weil gerade in dicht besiedelten Gebieten Westdeutschlands grüne Oasen für Flora und Fauna gedeihen können.

Darunter beispielsweise Dr. Peter Neuhäuser, Vorsitzender des Kreisverbandes des NABU. „Wir begrüßen das natürlich sehr“, sagt er, auch mit Blick darauf, dass ein Nationales Naturerbe ein sehr hoher Grad des Schutzes bedeutet. Es hätte durchaus auch denkbar sein können, auch dieses Gebiet stattdessen erfolgreich zu verkaufen. Es sei ein richtiger Schritt, denn im Vergleich zu anderen europäischen Ländern habe Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf, was das Einrichten von Wildflächen angehe,

Mit Tangerhütte sind unter anderem auch Truppenübungsplätze im Jerichower Land und nördlich von Gardelegen entstanden.

Von Kai Hasse

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