Ausbildung auf neuestem Stand gefordert / „Es gibt noch viel zu tun“

Sachsen-Anhalts Wasserwehren tagen in Tangerhütte

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Schulter an Schulter sollen die Wasserwehren des Landes im Notfall stehen. Schulungen sollen dies garantieren.

Tangerhütte. Premiere für die noch recht junge tangerstädtische Einsatztruppe: Rund 20 Wasserwehren aus Sachsen-Anhalt trafen sich am „Runden Tisch“, um sich zum Thema Hochwasser zu beraten. Bürgermeister Andreas Brohm hatte dazu ins Kulturhaus eingeladen.

In der Wasserwehr der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte seien derzeit 60 Menschen aktiv, führte er an und sagte eindringlich: „Der Schwerpunkt ist der Tanger, denn die Elbe staut zurück und das ist das Problem. Viele Deiche seien schon gebaut, aber es gibt noch viel zu tun.“

Burkhard Henning

Burkhard Henning, Chef des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW), erklärte in seinem Vortrag, dass mehrere Studien durchgeführt wurden und die Planungen für deren Umsetzungen bereits laufen. Hierbei gehe es um Deichrückverlegungen und die damit verbundene Raumgewinnung für Überflutungsgebiete, so dass das Wasser ungehindert abfließen kann. „Wir dürfen nicht mehr länger warten. Wir haben zwar seit drei Jahren eine Trockenlage, aber das nächste Hochwasser kommt bestimmt“, sagte er zu den anwesenden Mitgliedern der Wasserwehren. Wobei er davon ausgeht, dass „wir noch eine Weile verschont bleiben“.

Die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) in Magdeburg wird derzeit saniert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht, damit das Land besser für das nächste Hochwasser gewappnet sei. Ein dichtes Netz von Flusspegel- Messpunkten im ganzen Land sorge außerdem für eine verlässliche Vorhersage. In der HVZ könnten sogar zwei Deichbruchszenarien gleichzeitig bearbeitet werden (AZ berichtete), erklärt Henning weiter. Der Ausbau des Deichfachberatersystems sei ein weiterer wichtiger Punkt beim Hochwasserschutz, denn die Deichfachberater seien das Bindeglied zur Wasserwehr vor Ort.

„Die Wasserwehr muss auf den neuesten Stand gehalten werden“, sagte Henning und informierte die anwesenden Mitglieder, dass es im nächsten Jahr statt der üblichen zwei Veranstaltungen der Wasserwehren in Sachsen-Anhalt vier geben soll, in denen die Mitglieder geschult werden und diese ihre Erfahrungen mitteilen können.

Von Maren Maatz

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