Zum 24. Mal: Sportler im Rollstuhl zeigen in zehn Disziplinen, was sie drauf haben

Kräftemessen auf vier Rädern

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Tangerhütte/Weißewarte. Beim 24. Spiel- und Sportfest der Rollstuhlfahrer zeigten die Sportler wieder, was trotz ihres Handicaps in ihnen steckt und was sie leisten können. Im Sport-, Adler- und Bogenschießen zeigten sie ihre Treffsicherheit.

Der Tangerhütter Schützenverein und der Bellinger Bogenclub gaben hier Schützenhilfe und stellten ihren Platz und das Equipment zur Verfügung.

In einem spannenden Einzel- Tischtennismatch traten die beiden ältesten Teilnehmer, Karl-Heinz Hesse (links im Bild) vom SC DHfK Leipzig und Manfred Ewig (rechts im Bild) vom BSV Sünteltal Bad Münder gegeneinander an. Beide sind mittlerweile 75 Jahre und spielen seit mindestens 50 Jahren Tischtennis und sind darin echte Profis. Hesse gewann das Match mit 2:1 gegen Ewig. Manfred Ewig war schon immer sportlich. Vor seinem Unfall bei der Bundeswehr hat er viele Jahre Fußball gespielt. „Wir waren mit einem Konvoi unterwegs, als es zum Unfall kam. Mein Rückgrat wurde dabei verletzt“, erzählt er. Doch der Mann ließ sich davon nicht unterkriegen. Er blieb dem Ball treu, nur dass dieser viel kleiner geworden ist und damit bequem sitzend am Tisch gespielt werden kann. Sogar in Australien, Kanada und Korea habe er schon Tischtennis gespielt.

Basketball, Boccia und Leichtathletik mit den Disziplinen Rolliwettfahren, Speerwurf, Diskuswurf und Kugelstoßen standen in der Sporthalle und auf dem Sportplatz am Werner-Seelenbinder-Ring an diesem heißen Wochenende auch noch mit auf dem Programm. Dabei sind die Sportler kräftig ins Schwitzen gekommen.

Auf der Kegelbahn in Weißewarte holzten sie die Kegel um. Beim Wildparklauf in Weißewarte starteten fünf Rollifahrer mit ihren Handbikes zu einer fünf Kilometer langen Tour. Danach starteten die restlichen 15 Rollifahrer und die beiden jüngsten Läufer Björn Böllstorff (12 Jahre) und Friederieke Grobler (8) auf der 3 000 Meter Strecke. Beim Boccia und Dart for Fun kam der Spaßfaktor auch nicht zu kurz. Auch Menschen ohne Behinderung traten gegen die Rollifahrer an. Einzige Bedingung: Sie mussten auf einem Stuhl sitzen, um gleiche Bedingungen herzustellen.

Jugendwart Christian Blumrodt erklärte wie ein Feuerlöscher funktioniert und dass auch Menschen mit Behinderungen, diese sehr wohl einsetzen können. Der Förderverein „Pro Feuerwehr“ übernahm im Wildpark die Essensversorgung der Sportler. Ilka Görsch, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Behinderten-Sportfest Tangerhütte, bedankte sich am letzten Abend bei allen Sportlern, Sponsoren und bei den unterstützenden Vereinen.

Von Maren Maatz

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