Christdemokrat warnt vor Ausbreitung des Bärenklau

Bei Kontakt: Lebensgefahr!

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Der Riesenbärenklau sorgte auch schon im Landkreis Stendal für Ärger und soll nun landesweit bekämpft werden.

Weißewarte / Magdeburg. Ein Mann aus der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte mit landwirtschaftlichem Betrieb und Wohnsitz in Weißewarte sorgt sich um das Wohl der heimischen Natur und der Bevölkerung.

Eine Pflanze, die sich in unseren Breiten wohlfühlt, sorgt für sprichwörtliche Bauchschmerzen. Das Kraut ist unter anderem als Herkulesstaude, Heracleum mantegazzianum bekannt.

Der Riesenbärenklau sorgte auch schon im Landkreis Stendal für Ärger und soll nun landesweit bekämpft werden.

Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt, Detlef Radke, warnt vor einer zunehmenden Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus im Land. Er fordert Landes- und Kommunalbehörden auf, die Bekämpfung zu intensivieren. Der sich ausbreitende Doldenblütler gefährde zunehmend das natürliche Gleichgewicht, indem er heimische Pflanzen verdränge. Der Kontakt mit der Pflanze löse zudem phototoxische Reaktionen aus, die lebensgefährlich sein können.

„Aktuell gibt es zahlreiche regionale Vorkommen. Diese lassen sich vor Ort noch mit konsequenter Bekämpfung eindämmen“, so Radke.

Er fordert eine konzentrierte und nachhaltige Bekämpfung nicht nur in unmittelbaren Gefährdungsbereichen wie Schulen und Kindertagesstätten. Diesbezüglich sei eine regionale Bündelung der Zuständigkeiten erforderlich. Zudem müsse verstärkt vor den Gefahren der Pflanze gewarnt werden.

Die Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler stammt ursprünglich aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt – eine Pflanze, die sich ohne Zutun von Menschen in einer anderen Region ausgebreitet und etabliert hat, in der sie vorher nicht zu finden war.

Der Landkreis Stendal gibt auf Nachfrage der AZ aktuell Entwarnung. „Für den Landkreis Stendal sind keine derartigen Fälle bekannt“, heißt es. Was sich auf die Ausbreitung bezieht, wobei vor allem Uferzonen und Auen bei Überschwemmungen betroffen sein können, wenn die Samen in Flüssen mitgeführt wurden. Trotzdem wünscht sich die Behörde, dass Bürger die Augen aufhalten. Denn: „Die Pflanze kann mehr als 100 000 Samen ausbilden, die bis zu sieben Jahre lang keimfähig bleiben. Da sich der Riesen-Bärenklau massiv über die Fließgewässer ausbreitet, ist eine Bekämpfung dringend erforderlich. Fundorte können beim Landkreis oder bei der Neophyten-Erfassungsstelle unter www.korina.info gemeldet werden. In der Vergangenheit gab es Fundstellen am Zehrengraben, am Tanger und an der Elbe, erinnert die Behörde.

Was soll und kann getan werden? Hautkontakt ist unbedingt zu vermeiden. Ansonsten müsse eine Stelle, deren Bewuchs bereits entfernt wurde, mindestens sieben Jahre beobachtet werden, da, wie genannt, die Samen lange keimfähig bleiben. Im Herbst könne die oberste Wurzelstockschicht abgestochen werden, dies ginge aber auch im Frühjahr (März/April).

Von Alexander Postolache

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