Ex-Lehrling verewigt sich im Forstbetrieb Altmark mit künstlerischem Unikat aus Eichenholz

Mit der Kettensäge geschnitzt

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2009 hat Hendrik Brune diese Wildschweinrotte aus einer 300 Jahre alten Eiche mit einer Kettensäge geschnitzt. Der damals 20-Jährige hatte sich diese Art der Schnitzerei während seiner Ausbildung selbst beigebracht. Heute fertigt er hauptsächlich Auftragsarbeiten an.

Mahlpfuhl. Eine geschnitzte Wildschweinrotte aus einem 300 Jahre alten Eichenstamm ziert das Gelände des Forstbetriebes Altmark in Mahlpfuhl.

Geschnitzt hatte diese Skulptur 2009 der damals 20-jährige Hendrik Brune, der zu dieser Zeit dort eine Nachausbildungsoffensive des Landes Sachsen-Anhalt in der Forstwirtschaft absolvierte und nun in Haldensleben bei einem Privatunternehmen arbeitet.

Hendrik Brune formt mit der Kettensäge einen Adler. Wenn der 26-Jährige schnitzt, hat er oft viele Zuschauer.

„Die Eiche stand am Wegrand und ist durch den Wind umgestürzt. Aufgrund von Fehlern im Holz ist der große Stamm nicht verwertbar gewesen. Ich habe Hendrik Brune gefragt, ob er es sich zutrauen würde, aus dem Stamm etwas zu schnitzen“, erklärt Andreas Kriebel, Leiter des Forstbetriebes Altmark. Darauf gekommen ist Kriebel, weil Brune sich das Schnitzen mit der Kettensäge während seiner Lehre im Alter von 18 Jahren selbst beigebracht hatte. „Während meiner Ausbildung habe ich im Wohnheim gewohnt. Wir hatten abends nichts anderes zu tun, also haben wir angefangen mit der Kettensäge zu schnitzen“, erklärt der heute 26-jährige Brune. „Für die Figur in Mahlpfuhl habe ich ungefähr eineinhalb Wochen gebraucht. Ich skizziere mir die Figuren immer am Stamm selbst, also nicht vorher auf dem Papier. Die Idee mit den Sauen kam von Herrn Kriebel, weil er so etwas bei Andreas Martin, einem Kettensägenkünstler aus dem Erzgebirge, bereits gesehen hatte.“

Anregungen für die Sauen habe sich Bruns damals auch im Wildschweingatter in Mahlpfuhl geholt, sagte sein ehemaliger Mentor Kriebel. Dieses dient dazu, die Jagdhunde mit dem Schwarzwild vertraut zu machen und sie somit für die Jagd auszubilden.

Die letzten sechs Jahre ist der junge Mann seinem Hobby treu geblieben. Seine Arbeiten sind sehr gefragt: „Ich mache vor allem Auftragsarbeiten. Früher habe ich auch mal auf Märkten gestanden, aber das brauche ich heute eigentlich nicht mehr.“

Die Einweihung der geschnitzten Wildschweinfamilie erfolgte 2009 gemeinsam mit dem damals neugebauten Wirtschaftsgebäude, mit einer Kühlzelle für erlegtes Wild, Garagen und einem Versammlungsraum. Der Forstbetrieb Altmark in Mahlpfuhl sei einer von insgesamt fünf Forstbetrieben im Landesforstbetrieb in Magdeburg. Insgesamt habe der Landesforstbetrieb 140 000 Hektar Landeswald zu verwalten und zu bewirtschaften, erklärt Kriebel. Davon liegen rund 37 000 Hektar in der Altmark.

Von Maren Maatz

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