Tangerhüttes Feuerwehrchef fürchtet, Einsatzzeiten nicht einhalten zu können

(K)eine Behelfsauffahrt für die A 14

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Tangerhüttes Ortswehrleiter Heiko Steinig-Pinnecke, beklagte sich bei Innenminister Holger Stahlknecht, dass bei den Autobahnplanungen eine Rettungszufahrt fehlt. Die sollte am besten bei Brunkau entstehen.

Tangerhütte. Mit dem Autobahnanschluss durch die A14 kommen auf die Rettungskräfte der Einheitsgemeinde Tangerhütte neue Herausforderungen zu. Nach einem Unfall ist schnelle Hilfe durch die Feuerwehren gefragt.

Ortswehrleiter Heiko Steinig-Pinnecke sorgt sich, dass die dafür gesetzlich vorgeschriebenen Fristen nicht einzuhalten sind.

In spätestens zwölf Minuten müsse eine Löschgruppe vor Ort sein, in 17 Minuten ein kompletter Löschzug. Für die Kameraden aus der Ortschaft Tangerhütte sei das nicht zu schaffen, weil sie entweder über die geplanten Auffahrten Tangerhütte (bei Dolle) oder Lüderitz zum Unfallort eilen müssten. Die Kameraden aus der Ortschaft Lüderitz könnten diese Aufgabe alleine nicht leisten, fürchtet Steinig-Pinnecke.

Die gegenüber dem Landkreis vorgebrachte Forderung nach einer so genannten Behelfsauffahrt an der Brunkauer Kreuzung sei in den Planungen für den Autobahnabschnitt Dolle – Lüderitz nicht erfüllt worden, beklagte sich der Ortswehrleiter bei Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) kürzlich bei dessen Besuch. Der verwies auf das Verkehrsministerium und die zuständige Planungsbehörde. Dort sind solche Forderungen aber nicht bekannt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens 2009/2010 seien alle eingebrachten Vorschläge geprüft worden, heißt es auf Anfrage der Altmark-Zeitung. Im entsprechenden Anhörungsverfahren hätte es weder von Brand- und Katastrophenschutzbehörden noch von den Gemeinden Lüderitz oder Windberge Forderungen zu einer Behelfsausfahrt gegeben, so die Auskunft aus Magdeburg. „Nach hiesigem Kenntnisstand wurden auch im Rahmen der vorausgegangenen Planungsstufen derartige Forderungen zur Berücksichtigung bei der Planung des Autobahnneubauabschnittes nicht angemeldet.“

Ob eine solche Zufahrt überhaupt gebraucht wird, sei nicht Angelegenheit der Straßenbauer. Das obliege der Beurteilung durch entsprechende Fachleute des Brand- und Katastrophenschutzes. Die hätten bei Erstellung der Risikoanalyse und des Brandschutzbedarfsplanes die Autobahn in ihre Risikobetrachtungen aufzunehmen und die Organisation der Rettungsdienste innerhalb ihres Wirkungskreises den Veränderungen im öffentlichen Straßen- und Wegenetz anzupassen.

Von Christian Wohlt

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