Indianer-Tipi-Dorf soll Spaß machen und schult das Wissen rund um die Naturvölker Amerikas

„Hier dürfen Kinder auch laut sein“

+
Die Jungs und Mädchen der Pestalozzi-Förderschule aus Haldensleben nutzen ihre Klassenfahrt für einen Aufenthalt im Bertinger Tipi-Dorf und lernen dort beispielsweise, wie man ein Lasso herstellt und wie es geworfen wird.

Bertingen. Das Indianersein liegt ihm im Blut. Gerhard Müller, auch bekannt als Häuptling „Weißer Stern“ vom Indianer-Tipi-Dorf in Bertingen, ist zu einem Achtel Indianer, sagt er. Seine Großmutter sei ein Halbblut vom Stamm der Lakota gewesen.

„Aber ich laufe nicht in Lendenshorts herum. Viele Leute, die ins Dorf kommen, erwarten das oftmals, aber das ist nicht unsere Art“, erklärte der Häuptling im AZ-Gespräch.

Früher war er oft mit seinen Eltern und seinen vier Brüdern auf Campingplätzen unterwegs. „Dort mussten wir in der Mittagsruhe immer mucksmäuschenstill sein. Das war nicht kindgerecht“, erinnert sich des Häuptlings Sohn „Geschickte Hand“ alias Sebastian Müller. Er betont: „Bei uns dürfen die Kinder auch mal während der Mittagsruhe laut sein. Wem das nicht passt, der darf uns gern verlassen.“

1996 ist aus einer langen Faszination für die Naturvölker Nordamerikas das Indianer-Tipi-Dorf in Bertingen für die Kinder entstanden.

Für sie ist es ein großes Abenteuer, einmal wie die Indianer im Tipi zu schlafen, viel Wissenswertes über die Lebensweise der Indianer zu erfahren und Mutproben wie echte Krieger zu bestehen.

Schulklassen verbringen oft ihre Klassenfahrten im Dorf. So war es auch in dieser Woche. Die Siebtklässler der Pestalozzi--Förderschule aus Haldensleben lernten beispielsweise, wie man ein Lasso herstellt. Der Häuptling zeigte ihnen, wie das geht und erklärte nebenbei, wie es damals zuging und wozu die Indianer Lassos brauchten: Die heiratsfähigen Krieger warfen ein Lasso um das Mädchen ihrer Wahl. Als das Lasso fertig war, durften die Jungs das Lasso auch um die Mädchen werfen.

Von Maren Maatz

Kommentare