Weitere Sparvorschläge: Weniger Geld für Orte und Vereine, Kitas „zentralisieren“

Ein Freibad auf der Streichliste

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Mehrere schmerzhafte Einschnitte stehen der Einheitsgemeinde Tangerhütte möglicherweise bevor. Denn die Kommune muss wegen der Haushaltskonsolidierung Kosten vermeiden.

Tangerhütte. Die Stadträte Tangerhüttes werden sich am Ende des Monats Stullen mitnehmen müssen – in die Beratung um das Sparen in der Einheitsgemeinde. Das meint SPD-Rat Gerhard Borstell.

Denn es wird ans Eingemachte gehen beim Sparen. Das betrifft möglicherweise eine Abgabe des Wildparks Weißewarte, die Schließung eines Freibades und mehrerer Kitas sowie weniger Geld für Sporteinrichtungen und die Ortschaften.

Die Liste, die Bürgermeister Brohm nun im Kultur- und Sozialausschuss vorgelegt hat, ließ die Räte betreten schlucken. Brohms Problem und das des Stadtrates: Tangerhütte ist wegen seines tief in den roten Zahlen steckenden Haushaltes in der Haushaltskonsolidierung. Heißt: Sie muss Ausgaben einsparen. Wenn sie das nicht selbst schafft, übernimmt das die Kommunalaufsicht des Landkreises und streicht, wo es die Tangerhütter vielleicht nicht verschmerzen können. Nur wo sparen? „Das einzige, was ich bisher gehört habe, ist, wo ich nicht Gebühren erhöhen darf, und wo ich in der Kernverwaltung sparen soll“, sagte Brohm. Bereits vor der Sommerpause wurde ihm gesagt, er solle „schmerzhafte“ Voschläge machen.

Diese schmerzhaften Vorschläge macht er jetzt. Die Punkte im Einzelnen:

• Übergabe des Wildparks Weißewarte ab 2020 an eine gemeinnützige Gesellschaft, die einen anfänglichen Zuschuss der Kommune bekommt. Ersparnis bis 2024: insgesamt 59 100 Euro, ab dem Jahr 2026 etwa 30 000 Euro jährlich.

• Reduzierung der Mittel für die Ortschaften um 40 Prozent. Jährliche Ersparnis: 29 100 Euro.

• Zusammenlegung der Kindertagesstätten auf fünf Grundeinrichtungen ab 2023. Übrig blieben Waldesrand Grieben, Dorfspatzen Lüderitz, die Lüderitzer Kids und die Tangerhütter Kitas „Friedrich Fröbel“ und „Anne Frank“. Nicht mehr in der Liste wären: Elbspatzen Bittkau (dessen Einzug in der Kita Grieben bereits Thema ist), Kleine Racker Bellingen, Sonnenkäfer Cobbel und Tangerwichtel Demker. Dazu: mögliche Erhöhung der Kostenbeiträge für die Eltern. Ersparnis: Ab 2023 etwa 250 000 Euro jährlich, bei höheren Kostenbeiträgen bis zu 320 000 Euro und bereits vor 2023 bis zu 68 000 Euro jährlich.

• Reduzierung der Kosten für Sportplätze. Ab 2019 könnte es demnach einen Festbetrag von 7500 Euro für die Instandhaltung der Plätze geben. Vereine sollen eine feste Förderung von fünf Euro pro Mitglied bekommen. Die Ersparnis: 12 700 bis 14 000 Euro in den Jahren 2019 bis 2024.

• Reduzierung der Betriebskosten für Sporthallen durch die Beteiligung der Vereine. Beginnend mit dem Jahr 2020 sollen die Vereine zehn Prozent beisteuern bis hin zu 50 Prozent bis zum Jahr 2024. Ersparnis: 11 200 Euro im Jahr 2020, bis zu 30 500 Euro im Jahr 2024.

  • Eines der beiden Freibäder (Lüderitz und Tangerhütte) würde ab dem Jahr 2020 geschlossen werden. Ersparnis: Gut 90 00 Euro pro Jahr.

• Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen. Ersparnis durch die geringeren Stromkosten: 10 000 Euro im Jahr 2021, steigend auf etwa 40 000 Euro ab dem Jahr 2024.

Ausschussmitglied Ina Altenberger (CDU) regte bei diesem Punkt sofort an, in Klausur zu gehen und sachlich zu beraten. „Und es hilft niemandem weiter, wenn wir uns Versäumnisse von früher vorhalten“. Ende des Monats werden die Stadträte deshalb nun die „Streichliste“ zu Sparzwecken besprechen.

Von Kai Hasse

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